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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kalim · Berner Sennenhund Mischling Rüde · 8 Jahre alt



BSiN Pflegestelle
27.10.2018, 09:17
loove Kalim loove

ist wohlbehalten bei BSiN angekommen, wir berichten in Kürze.


https://up.picr.de/34176585ur.jpg

BSiN Pflegestelle
30.10.2018, 09:41
Kalim ist ein 8,5 Jahre alter, kastrierter Berner-Sennenhund-Mischlingsrüde.

Sein rechtes Auge ist erblindet, er humpelt stark und sein Knochenbau wirkt deformiert.

Kalim wurde in der Vergangenheit augenscheinlich geprügelt, hat auch schlechte Erfahrungen mit anderen Hunden gemacht und zeigt aus seiner Angst heraus Aggressivität.

Er lebt derzeit in der Pflegestelle mit einem Ehepaar und vier weiteren kastrierten Hunden zusammen, 2 Hündinnen und 2 Rüden sowie einer Katze.

Inklusive der Ankunft ist er nun seit vier Tagen in der Pflegestelle.

Während der Autofahrt in die Pflegestelle war Kalim alleine in der abgetrennten Sektion hinten im Bulli untergebracht.
Die anderen Hunde waren vorne untergebracht.
Kalim war sehr ruhig während der zweieinhalbstündigen Autofahrt.

Daheim angekommen haben sich die Hunde freilaufend im umzäunten und ausbruchssicheren Garten kennengelernt. Kalim war sehr aufgeregt und die Zusammenführung war problemlos.

Nachdem Kalim sich gelöst hatte, sind wir nach einiger Zeit gemeinsam ins Haus und dann die Treppe hoch in die Wohnetage gegangen.

Ich habe an Kalims Geschirr eine Kurzleine befestigt. Die ersten Male musste ich leichten Zug ausüben und Kalim ist mir die Treppe hinauf und hinab gefolgt.

Die üblichen Geräusche des häuslichen Lebens machen Kalim keine Probleme. Auch lautes Scheppern ist kein Problem.

Kalim nimmt, die ihm zugewiesenen, Liegeplätze neben meinem Sessel und auch neben meinem Bett gerne an.
Er schläft die Nächte ruhig durch.

In den ersten Tagen haben wir Kalim ein wenig kennenlernen können.


Einige Schilderungen klingen widersprüchlich, sind aber durch seine ängstliche Unsicherheit logisch zu erklären: :hundestreichel:

Kalim hat sehr viel Angst vom Menschen geprügelt zu werden.
Ebenso hat Kalim sehr viel Angst davor, von den anderen Hunden angegriffen zu werden.
In seiner Vergangenheit war dies offensichtlich leider der Fall.

In den ersten zwei Tagen war es uns Menschen nicht möglich, dass wir uns Kalim frontal nähern. Bei der frontalen Annäherung versteifte er sich, droht mit Knurren und Zähnefletschen und zitterte am Körper.

Sobald wir uns zur Seite gedreht hatten, wedelte Kalim und entspannte sich - bei freundlicher Ansprache sehr schnell.
Er freute sich dann übermäßig und sprang an uns hoch, leckte die Hände und lief vor Freude um uns herum , suchte dabei engen Körperkontakt.

Manchmal haben wir ihn auf dem Kopf gestreichelt und Kalim versteifte sich dann wieder drohend. Als wir ihn dann seitlich oder an der Brust gekrault haben, freute er sich sofort.

Diese Situation ist mehrfach in den ersten 48 Stunden bewußt so geschehen. Jedesmal beruhigte sich Kalim schneller und nach 36 Stunden konnten wir uns frontal nähern ohne dass Kalim ängstlich drohte.
Kalim hat verstanden, dass er nun nicht mehr geprügelt wird und dies normales Umhergehen unsererseits ist.

Da Kalims Schlafplatz neben meinem Bett ist, hatte ich zum Aufstehen meine Beine in seine Richtung gedreht.
Dies betrachtete Kalim als Bedrohung und schnappte nach mir.

Die nächste Zeit steige ich über das Fußende aus dem Bett, um Kalim Sicherheit zu geben. Anfangs aber setze ich mich wie gewohnt seitlich ans Bett und rufe Kalim in seinen Schlafplatz.
Dort kraule ich ihn noch einige Zeit und drehe mich dann in die Liegeposition. Damit kommt Kalim zurecht.

Wenn andere Hunde auf ihn zukamen, versteifte er sich erneut, knurrte, fletschte und attackierte sofort den anderen Hund.
Dabei biss er aber nicht kräftig zu, sondern er kniff. Es kam zu keinen Verletzungen.

Dabei ließ sich Kalim problemlos durch die Kurzleine am Geschirr zurückziehen. Unsere Hunde gehorchten und gingen ihrerseits nicht weiter auf Kalim zu, zogen sich zurück.

Kalim saß dann direkt vor mir, blieb zittrig und versteift, fletschte die Zähne und knurrte mich dabei drohend an.
Er verharrte in dieser Position und ich zeigte ihm meine Hand, ohne diese auf ihn zuzubewegen, redete behutsam und beruhigend auf Kalim ein, ohne ihn zu fixieren.
Nach kurzer Zeit entspannte sich Kalim zunehmend und ich nahm die Hand sehr langsam hinunter, so dass Kalim sie erreichen und ablecken konnte.
Dann schob ich Kalim behutsam weg und er bewegte sich auf seinen Liegeplatz.

Diese Situation ist mehrfach in den ersten 48 Stunden so geschehen und ließ sich natürlich nicht immer vermeiden.
Auch hier beruhigte sich Kalim jedesmal schneller und nach 36 Stunden können sich die anderen Hunde frontal nähern, ohne dass Kalim ängstlich droht.

Für Kalim ist es aktuell aber noch ein Problem, wenn ein anderer Hund schnell an ihm vorbeiläuft, oder er mitten im Pulk steht und er beim Zurückweichen merkt, dass er eingeengt und ihm der Fluchtweg versperrt ist.

Dann schützt sich Kalim derzeit noch, aus seiner Sicht, mit einer schützenden Attacke, die aber weiterhin mehr Getöse als ein ernsthaftes Beissen ist.

Wenn ich ihn nun am Geschirr selbst aus der Situation ziehe, setzt er sich sofort hin.
Er knurrt mich nun nicht mehr an und droht nicht. Er ist zwar noch versteift, aber beschwichtigt durch Lefzenlecken.
Er zittert immer noch am ganzen Körper. Durch behutsames und liebes Ansprechen beruhigt er sich sehr schnell, leckt mich ab und schmust mit mir, begleitet durch starkes Rutewedeln.
Aber auch bei diesen Situationen reagiert Kalim zunehmend sicherer und er lässt die Nähe anderer Hunde öfter zu.

Ansonsten sucht Kalim immer die Nähe von uns Menschen, folgt uns permanent und freut sich dabei ganz doll.
Wenn er mal kurz zurückgelassen wird, springt er an der Tür hoch und ist sehr aufgeregt.
Kalim möchte momentan noch nicht ohne uns Menschen sein. Er hat auch schon meinen Schuh geklaut und darauf herumgekaut.
Als ich dann NEIN gesagt hatte, veränderte sich ganz niedlich seine Mimik auf "Schuldbewusst" und ich durfte ihm den Schuh wegnehmen, indem ich ihn lieb angesprochen, mich seitlich hingekniet habe und mich ganz behutsam bewegt hatte.

Am dritten Morgen bin ich sehr früh aufgestanden und ins Wohnzimmer gegangen. Alle Hunde lagen noch im Schlafzimmer auf ihren Schlafplätzen.
Nach cirka einer halben Stunde stand da ein recht unsicherer Kalim im Wohnzimmer und freute sich.
Als er von mir angesprochen wurde, war er vor Freude überwältigt und kroch förmlich in mich hinein. :herz:

Nach einer weiteren Stunde kamen dann drei Hunde zu uns gerannt. Kalim sprang von seinem Liegeplatz auf, hüpfte vor Freude um die anderen Hunde herum und begrüßte diese mit Lefzen ablecken.
Ich ließ alle vier Hunde raus, auf die Wiese und Kalim sprang zwischen allen Hunden und mir freudig umher.
Nachdem alle ihr Geschäft erledigt hatten, wies ich ihn durch Schieben auf seinen Liegeplatz und er legte sich hin, nachdem er noch ein wenig auf dem Kopf gekrault wurde.
Dieses Kopfkraulen macht ihm nichts mehr aus.

Dennoch gab es einige Zeit später wieder eine Attacke gegen einen der Hunde, die aber erneut ohne Blessuren verlief.
Diese war aber auch nicht mehr so intensiv wie vorher und es wird weniger und kürzer....

Kalim hat in der kurzen Zeit bis zum jetzigen Zeitpunkt kapiert, dass er nicht mehr geschlagen wird und droht uns nicht mehr.
Dennoch sind wir weiterhin sehr behutsam und extrem vorsichtig, damit diese kleinen Fortschritte weitergehen und das bisher erarbeitete Vertrauen, nicht zerstört wird.

Auch das Agieren unter den Hunden wird zunehmend entspannter und Kalim lernt, dass ihm von den anderen Hunden keine Gefahr droht.

Wir haben auch schon zwei ganz kurze Spaziergänge mit allen Hunden gemacht. Im Wald gab es keine Komplikationen.
Natürlich ist Kalim überhaupt nicht leinenführig und gehorsam, aber angesichts seines Verhaltens sind die Prioritäten ganz klar bei der Vertrauensbildung Hund-Mensch und Hund-Hund.

Die Hauptsache ist, dass Kalim Spaß hat und das hatte er eindeutig.

Bei den Ausläufen kann man genau erkennen, dass Kalim keine Muskulatur hat und sein Körper sehr verbaut ist, er humpelt ja auch sehr stark.

Das Füttern klappt auch ganz toll, er mag das Futter und Kalim möchte aber nicht alleine sein. Am liebsten wird er dabei gestreichelt.
Dann wedelt er dabei ganz entspannt und frißt gemütlich auf.

Die Katze findet Kalim extrem aufregend. Wenn diese sich normal bewegt, guckt er aufmerksam zu, wenn sie läuft, dann jagt er sie.
Er hat aber keine wirkliche Chance sie zu erwischen, da er so unrund läuft und stolpert.

Kalim ist wie gesagt erst seit vier Tagen bei uns und hat in dieser kurzen Zeit schon enorme Fortschritte gemacht.

Unsere Erwartungshaltung war, wie üblich, gleich Null und umso beeindruckender sind seine Verhaltensbesserungen. :bitteschoen:

Wir haben bisher im Umgang mit Kalim nur reagiert, lassen ihn ankommen und in Ruhe alles entdecken.

Seine angstmotivierte Aggression wird stetig geringer, aber es ist noch ein langer Weg. Wir geben ihm die Zeit dafür, denn er hat es so verdient endlich in Frieden leben zu dürfen.

Ganz verständlich ist jetzt natürlich schon, dass Kalim nur an sehr erfahrene und kinderlose Hundehalter vermittelt werden kann.

:berni1:

BSiN Pflegestelle
02.11.2018, 10:18
Kalim :hundestreichel:



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BSiN Pflegestelle
02.11.2018, 10:25
Tag 5 und Tag 6.

Kalim hat in den ersten Tagen überall in der Wohnung markiert. Wenn er dabei erwischt wurde, gab es natürlich eine Standpauke.

In den ersten beiden Tagen hat er dabei ängstlich und drohend reagiert.

Nach den ersten beiden Tagen wurde das Markieren weniger und auch das Ausschimpfen hat Kalim nicht mehr als Bedrohung angesehen und fühlte sich sichtlich ertappt.

Kalims angstmotivierte Aggression hat stark abgenommen.
Er hat nun auch zu 95 Prozent kein Problem mehr damit im Hundepulk zu stehen und reagiert auch nicht mehr panisch, wenn ihm der Fluchtweg abgeschnitten ist.
Man merkt ihm dann die Aufregung durch sein Lefzenlecken und seine Mimik an.

Kalim hat unseren Berner Boss beim Hinausgehen attackiert und nun einmal eine Quittung bekommen und wurde von ihm überwältigt.
Dabei ist es aber zu keiner Beisserei gekommen. Es war viel Getöse und als die Sache nach wenigen Sekunden geklärt war, sind beide Hunde auf die Wiese gegangen.
Nach drei Minuten haben sich beide friedlich beschnuppert und Kalim hat eine Spielaufforderung gemacht, auf die der Berner-Boss eingegangen ist.

Diese Situation habe ich zu dem Zeitpunkt bewusst so passieren lassen, da ich Kalim noch besser einschätzen konnte und es keine Verletzungsgefahr für beide Hunde gab.
Zudem war es für die Weiterentwicklung im Zusammenleben wichtig und hatte keinen negativen Einfluß auf die Vertrauensbildung.
Die Sache wurde nun geklärt und hat zur Entspannung beigetragen.

Unsere junge Hündin und auch der Berner-Boss haben Kalim alles verziehen und mittlerweile reagiert Kalim auf Spielaufforderungen und fordert auch von sich aus zum Spielen auf.

Kalim hat mit den Hunden gespielt, aber man muss ihn nach einiger Zeit bremsen, da er dann ein wenig übermotiviert an das Spiel herangeht.

Kalim hat mich in den letzten zwei Tagen nur zweimal angeknurrt, als ich ihn maßregeln musste.

Dabei bin ich, wie üblich, nicht zurückgewichen und habe ihn sofort mit erhobenem Zeigefinger ins SITZ befohlen. Kalim gehorchte sofort und beruhigte sich umgehend.
Ich habe über seinen Kopf gestreichelt und mich dann erst entfernt, er wedelte sofort mit der Rute.

Wir haben nun schon anfangen können mit Kalim zu agieren. Wir setzen ruhig und konsequent grundsätzliche Regeln durch.

Als Beispiel:

Die Hunde haben keinen Zutritt zur Küche. Diese hat keine Tür, ist also frei zugänglich. Immer wenn Kalim uns in die Küche folgt, wird er abgedrängt und mit den Worten "RAUS" der Küche verwiesen.
Dieses wird solange wiederholt, bis er vor der Tür wartet. Es ist immer ein ruhiges und konsequentes Vorgehen.

Kalim darf sich auch nicht links neben meinen Sessel legen. Von dort wird er am Geschirr in seinen Liegeplatz manövriert.
Auch dieses wird konsequent durchgesetzt und wiederholt, bis der Erfolg eingetreten ist.

Bei Gehorsam wird Kalim ausgiebig gelobt und gestreichelt. Das mag er so gerne und freut sich sehr darüber.

Bei den Waldspaziergängen hat Kalim weiterhin sehr viel Spaß. Es macht ihm nichts aus, wenn er mal von anderen Hunden abgedrängt wird.

Heute kam uns ein Spaziergänger entgegen, den wollte Kalim unbedingt anspringen, aber er lässt sich zurückziehen.

Seine Muskulatur nimmt täglich zu, sein Gang wird runder.

Auf der Straße bis zum Wald nehme ich Kalim mittlerweile recht kurz an die Leine und er gewöhnt sich langsam daran, neben meinem linken Bein zu gehen.
Obwohl dies seine "rechte blinde Seite" ist, kommt er zunehmend gut damit zurecht und ist sehr lieb.

Kalims linke "sehende" Seite wird von unserem Berner-Boss flankiert, das gibt Kalim ebenfalls zunehmende Sicherheit.

Kalims Fortschritte sind unaufhaltsam und gehen schneller voran als gedacht. :peerfekt:

Wie immer passen wir uns an und überfordern Kalim nicht.

Letztendlich scheint es, als würde hier permanent etwas passieren, aber der Großteil des Tages besteht aus Ruhe.

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:aber gern:

BSiN Pflegestelle
04.11.2018, 08:30
7. Tag in der Pflegestelle:

Kalim macht weiterhin großartige Fortschritte. :yeah:

Da in der Küche lecker gekocht wurde, wollte Kalim immer dorthin.
Mittlerweile geht er selten in die Küche und wartet auf der Schwelle davor.

Aber beim Kochen und den entstandenen leckeren Düften wurde er gierig und ich habe ihn deshalb immer wieder zurück in seinen Liegeplatz gebracht.
Zu diesem Zwecke habe ich ihm die kurze Hausleine angeklipst, da er nach einiger Zeit einfach "durch" war - also überfordert.
Dennoch war es wichtig, ihm einige Zeit konsequent zu zeigen, dass er kein Anrecht hat, beim Kochen dabei zu sein :lachzwinker:

Es gab in den letzten 24 Stunden keine, von Kalim ausgehenden, Aggressionen. Dennoch sind wir weiterhin sehr vorsichtig im Umgang mit Kalim.


Kalim ist bereits dabei, sich einen Platz in der Rangfolge des Rudels zu erarbeiten.
Er hat nun die anderen Hunde kennengelernt und versucht bei jedem, durch spielerische Handlungen, sein dominierendes Verhalten auszureizen.
Im Video kann man erkennen, dass Kalim recht grob mit der jungen Hündin spielt. Sie ist für ihn ein sicherer Spielpartner, den er dominieren kann.
Es ist eine Mischung aus Spielspaß und Dominanz.
Die junge Hündin ist noch unsicher, da Kalim die identischen Geräusche von sich gibt, die er, bei den vorangegangenen Attacken der ersten Tage, geäußert hat.

Besonders bemerkenswert ist aber der Zeitpunkt, wo der Berner-Boss hinzukommt, da ihm das Getobe ein wenig gegen den Strich geht.
Kalim verhält sich toll und ordnet sich ihm sofort unter, indem er das Getobe beendet.

Es macht mir unglaublichen Spaß dies alles zu beobachten und die tollen Fortschritte von Kalim mitzuerleben.

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:hundestreichel:

BSiN Pflegestelle
05.11.2018, 13:03
Profil von Kalim nach 10 Tagen in der Pflegestelle


Wesen

Kalim war anfangs ängstlich, unsicher und quittierte jegliche Konfrontation mit Aggression um sich selbst zu schützen. Dabei schnappte Kalim zu. Es kam aber zu keinen Verletzungen.
Augenscheinlich wurde Kalim in der Vergangenheit geprügelt und von Hunden attackiert.
Mit zunehmender Eingewöhnung lässt die Aggression stark nach und ist nun fast nicht mehr vorhanden.
Von Anfang an ist Kalim dennoch sehr menschenbezogen und sucht die Nähe seiner Menschen. Er möchte ungern alleine bleiben.
Kalim ist sehr gelehrig und gehorcht nach einiger Zeit gut. Zudem ist Kalim sehr verschmust und genießt es gekrault zu werden.


Gesundheit

Kalim ist auf seinem rechten Auge erblindet.
Sein Körperbau wirkt deformiert und lässt auf Probleme im Knochengerüst schließen. Kalim humpelt beim Gehen.
Kalim hatte keine Muskulatur, diese wird derzeit langsam aufgebaut. Mit zunehmender Muskulatur wird auch sein Gang runder.
Eine tierärztliche Untersuchung findet in Kürze statt.


Größe & Gewicht

Kalim hat ein Stockmaß von 58 cm und wiegt geschätzt maximal 30 kg.


Fremde Menschen

Kalim begegnet fremden Menschen mit großer Aufregung und sucht den Kontakt, wedelt und freut sich. Er springt an der Leine und will unbedingt dorthin.
Aber sobald ein Fremder sich ihm frontal oder über ihn gebeugt nähert, überwiegt seine Angst und er droht.


Fremde Hunde

Kalim hat anfangs Angst vor fremden Hunden und droht, verteidigt sich auch durch Attacken.
Nach einer Eingewöhnung stellte er dieses Verhalten ein und spielt auch gerne. Sein Spiel ist nach kurzer Zeit aber sehr grob, dabei zeigt er auch Dominanz.
Wenn er allerdings von seinem Spielpartner gemaßregelt wird, stellt er sein Verhalten bisher umgehend ein und beschwichtigt.


Ängste

Kalim hat anfangs Angst geprügelt oder von anderen Hunden attackiert zu werden. Durch behutsamen Umgang erlernt Kalim zunehmend Vertrauen und verliert dadurch seine Ängste.


Andere Tiere

Andere Tiere findet Kalim aufregend. Eine im Haus lebende Katze lernt Kalim derzeit kennen.


Jagdtrieb

Kalim jagt alles was wegrennt.


Leinenführigeit und Co.

Kalim ist nicht erzogen und auch noch nicht wirklich Leinenführig.
Bei den Spaziergängen lassen wir ihn völlig in Ruhe alles erkunden, denn dies entspannt Kalim total und macht ihm sehr viel Spaß.
Kalim ist sehr gelehrig.
Derzeit lernt Kalim das Zusammenleben mit Mensch und Tier im Hause und befolgt nun schon sehr viele, für ihn neue, Bedingungen.
Kalim ist grundsätzlich stubenrein, aber er markierte anfangs sehr viel im Hause. Auch jetzt kommt dieses Markieren noch mindestens einmal täglich vor.
Kalim lässt sich gerne das Fell bürsten und auch das Reinigen der Ohren verläuft problemlos.

Autofahren

Bei der Autofahrt war Kalim ruhig. Er wird aber getrennt von den anderen Hunden im Auto untergebracht.


Alleine bleiben

Sobald man Kalim alleine lässt, versucht er seinem Menschen zu folgen. Er kratzt und springt an Türen hoch und ist sehr aufgeregt und bellt gelegentlich.


Fazit ...

Kalims anfängliche Aggression hat er nach nur 10 Tagen eingestellt.
Beim Umgang mit Kalim ist es für alle Beteiligten wichtig, immer ruhig und freundlich mit ihm umzugehen.
Da Kalims Gestik und Mimik gut zu lesen ist, sind nach wenigen Tagen so gut wie keine Probleme mit Kalim zu verzeichnen.

Beispielsweise versteift er sich, wenn er am Geschirr aus dem Raum geführt werden soll. In diesem Fall lässt man das Geschirr los, redet sehr freudig mit Kalim und krault ihn.
Dabei krault man dann seinen Nacken und die Schulterblätter und anschließend kann man Kalim ins Geschirr greifen und ihn aus dem Zimmer führen.
Alles in allem dauert diese Vorgehensweise ca. 20 Sekunden länger und führt entspannt zum Erfolg.

Sobald Hektik aufkommt, kann man Kalim nicht einfach so händeln, wie man es in der Regel von anderen Hunden so gewöhnt ist.

Nach der recht kurzen Eingewöhnung ist Kalim nun eigentlich ein ganz lieber und verschmuster Hund.

BSiN Pflegestelle
09.11.2018, 08:51
Pflegetagebuch Kalim, nach 12 Tagen in der Pflegestelle

Kalim ist mittlerweile einfach nur lieb und hat seine schlechten Angewohnheiten bezüglich der Aggressivität komplett abgelegt.
In den letzten Tagen haben wir weiter sehr viel mit Kalim geübt.
Einfach immer wieder anfassen und den Nacken kraulen, ins Geschirr greifen.
Auch das Wegschubsen mit den Beinen, wenn er wieder im Weg herumtorkelt.

Alles das ist für Kalim nun überhaupt kein Problem.

Auch wenn er mal eine harsche Ansage bekommt, gehorcht Kalim umgehend und akzeptiert auch ein NEIN.
Die Regeln im Haus befolgt Kalim nun.
Wir setzen ihn immer wieder den selben Situationen aus, vor denen er anfangs Angst hatte und aggressiv drohte.

Kalim kann nun damit umgehen und ist immer lieb!!!!

Auch auf ein KOMM läuft Kalim schnell zu mir und lässt sich freudig streicheln.
Gestreichelt wird Kalim immer wieder an Stellen, deren Berührung für ihn früher bedrohlich wirkten.
Nun genießt er diese Berührungen sichtlich und freut sich.

Beim Spielen mit den anderen Hunden ist er nicht mehr so wild.
Denn er hat auch von den Hunden einige Zurechtweisungen bekommen, auf die er sofort beschwichtigend reagiert.
Auch wenn ich das Spiel mit Worten "Schluß jetzt" beende, hört Kalim schnell auf und holt sich seine verdienten Schmuseeinheiten ab.

Einmal am Tag bekommt er eine Kaustange mit den anderen Hunden zusammen.
Kalim geht dann in seinen Liegeplatz, mampft auf und geht auch nicht zu den anderen kauenden Hunden.
Ebenso verhält es sich beim Füttern.
Er gehorcht, wenn ich Nein sage und geht nicht zu einem anderen Hund. Kalim futtert ja mittlerweile zusammen mit den anderen draußen.

Die Katze wird nun auch nicht mehr gejagt. Er wedelt immer und falls er doch mal hinlaufen möchte, lässt er auf mein NEIN sofort davon ab.

Beim Staubsaugen hat er immer noch Bammel und ist hin und hergerissen.
Kalim kommt dann meist aber trotzdem zu mir und kuschelt, obwohl ich den Staubsauger noch in der Hand halte.
Er reagiert auf meine beruhigende Ansprache und wartet dann sitzend in einer Ecke ab, bis ich fertig bin.
Dann wird wie immer ganz viel gekuschelt.

Da ja heute die tierärztliche Grunduntersuchung anstand, habe ich Kalim die letzten zwei Tage immer mal wieder einen Stoffmaulkorb angelegt.
Kalim hat dabei gewedelt und war super lieb.

Vor dem Termin hat er ruhig im Auto gewartet und freute sich sehr, als ich ihn aus dem Bus geholt habe.
Die Tierärztin und die Helferin hat er freudig begrüßt und auch sogar ein Leckerchen genommen.
Bei der Untersuchung hat er den Stoff-Maulkorb getragen, aber letztendlich war dies nur eine Vorsichtsmaßnahme.
Kalim hat sich ganz doll in mich hineingeschmust und auf den Tisch heben lassen.
Auch die Untersuchung hat er ganz ruhig und freundlich über sich ergehen lassen.

Seine Vitalfunktionen sind völlig in Ordnung, es gibt keinen Hinweis auf Erkrankungen.

Die Hinweise auf Deformationen und andere Erkrankungen im Knochenbau sind ja offensichtlich, aber ohne eine genaue Röntgenuntersuchung nicht genau zu benennen.
Da Kalim aber von Beginn an keine Anzeichen von Schmerzen aufweist, verzichten wir auf solche Untersuchungen.
Denn die Chance einer Heilung sind erfahrungsgemäß sowieso nicht vorhanden.

Kalim soll zur Unterstützung der Gelenke nur lebenslang homöophatische Ergänzungsfuttermittel bekommen.
Diese bekommt er in der Pflegestelle.
Auch sein geringes Gewicht ( derzeit ca. 24 kg.) sollte er möglichst behalten, da weniger Gewicht eine Entlastung des Gebäudes bedeutet.
Der Muskelaufbau durch Spaziergänge ist schon deutlich zu ertasten, auch dies ist wichtig für Kalim.

Bei den Spaziergängen läuft er ruhiger und bekommt mehr von seiner Umwelt mit.
Dabei ist uns aufgefallen, dass er jede Wildfährte anzeigt und er sehr aufmerksam wird, wenn diese ganz frisch ist.
Kalim reagiert intensiver und früher, als der jagdlich geführte Bayrische Gebirgsschweißhund, der zurzeit auch Gast bei uns ist.
Kalim reagiert jetzt auch auf meine seltene Anprache und freut sich dann total.
Ich lasse Kalim aber derzeit immer noch machen was er möchte, nur den Leinenzug verringere ich bei Bedarf und auf der Straße läuft er schon recht gut bei Fuß.


Als wir wieder vom Tierarztbesuch nach Hause kamen, hat Kalim sich sehr gefreut in seinem Zuhause zu sein und alle Hunde haben sich wedelnd begrüßt.
Kalim wurde völlig eingekeilt, wurde von allen genau abgeschnuppert. Kalim blieb ganz ruhig und freute sich genauso wie die anderen Hunde.
Zur Belohnung gab´s eine Wurmkur für Kalim :lachzwinker: und eine Kaustange für alle.

Die Zeitungsfrau, die sich dem Zaun genähert hat, und von anderen Hunden mit ordentlichem Gebell begrüsst wurde, hat Kalim ruhig und entspannt wahrgenommen.
Er hat keine Anstalten gemacht, den anderen Hunden zum Tor zu folgen.
Kalim ließ sich von mir auch sofort im Geschirr festhalten, obwohl ich dies nur zur üblichen Übung so gemacht habe.

Wir arbeiten weiter ruhig und geduldig mit Kalim, so dass er auch seine Freude daran nicht verliert.
Nun ist es soweit, dass wir auch mit ihm an Details arbeiten können, wie z.B. das Alleinebleiben, Springen an der Tür und so andere Kleinigkeiten.

All die Vorsicht, Umsicht, überlegtes und konsequentes Vorgehen und vor allem Liebe, Ruhe und Geduld haben uns Pflegeleutchens wieder belohnt.

Belohnt mit einem wundervollen, entspannten und liebenswerten Schatzemann namens Kalim ! :hundestreichel:

BSiN Pflegestelle
09.11.2018, 08:53
Pflegetagebuch Kalim, 13. Tag in der Pflegestelle

Kalim hat nun seit drei Tagen nicht mehr in der Wohnung markiert:peerfekt:, er hat sich nun an fast jeder Ecke verewigt und ist fertig :lachzwinker:

Wir sind heute mit dem Bulli los und haben mal einen neuen Spazierweg mit Kalim erkundet.

Er hat sich total gefreut und die anderen am Gitter abgelutscht, als er festgestellt hat, dass er nicht alleine im Bulli ist.

https://up.picr.de/34287150io.jpg

Nach dem Markieren wird ordentlich alles weggeschaufelt...

https://up.picr.de/34287151tt.jpg

Toll, die anderen toben auf der großen Wiese am Bach...

https://up.picr.de/34287152vj.jpg

Hier war doch eben noch jemand anderes unterwegs...

https://up.picr.de/34287153rr.jpg

:Herbstlii:

BSiN Pflegestelle
19.11.2018, 19:09
Profil von Kalim nach 25 Tagen in der Pflegestelle


Wesen

Kalim war anfangs ängstlich und quittierte jegliche Konfrontation mit Aggression um sich selbst zu schützen.
Dabei schnappte Kalim zu. Es kam aber zu keinen Verletzungen.
Augenscheinlich wurde Kalim in der Vergangenheit geprügelt und von Hunden attackiert.

Mit zunehmender Eingewöhnung lässt die Aggression stark nach. Mittlerweile kommt dieses Verhalten sehr selten vor.
Ganz selten nur abends, wenn Kalim einfach auch übermüdet ist.

Von Anfang an ist Kalim dennoch sehr menschenbezogen und sucht die Nähe seiner Menschen. Er möchte ungern alleine bleiben.
Kalim ist sehr gelehrig und gehorcht nach einiger Zeit gut.
Zudem ist Kalim sehr verschmust und genießt es gekrault zu werden.
Kalim ist eigentlich immer freundlich, freudig und total lieb.




Gesundheit

Kalim ist auf seinem rechten Auge erblindet.
Sein Körperbau wirkt deformiert und lässt auf Probleme im Knochengerüst schließen. Kalim humpelt beim Gehen.
Kalim hat nun eine richtig schöne Muskulatur bekommen.
Mit zunehmender Muskulatur wird auch sein Gang runder.

Kalim ist ansonsten aber fit und hat auch keine Schmerzen.
Er bekommt zu seinem Futter einen Löffel " Gelenkkraft " zur Unterstützung des Gebäudes.



Größe & Gewicht

Kalim hat ein Stockmaß von 58 cm und wiegt ca. 25 kg.



Fremde Menschen

Kalim begegnet fremden Menschen mit großer Aufregung und sucht den Kontakt, wedelt und freut sich.
Er springt an der Leine und will unbedingt dorthin.
Aber sobald man sich ihm frontal oder über ihn gebeugt nähert überwiegt seine Angst und er droht.


Fremde Hunde

Kalim hat keine Angst vor fremden Hunden und sucht aufgeregt Kontakt.
Auch wenn er von dem fremden Hund angebrummt wird, bleibt Kalim gelassen.
Kalim spielt auch sehr gerne. Sein Spiel ist nach kurzer Zeit aber sehr grob, dabei zeigt er auch Dominanz.

Wenn er allerdings von seinem Spielpartner gemaßregelt wird, stellt er sein Verhalten bisher umgehend ein und beschwichtigt.


Ängste

Kalim hat anfangs Angst, geprügelt oder von anderen Hunden attackiert zu werden. Durch behutsamen Umgang erlernt Kalim zunehmend Vertrauen.

Ganz selten kommt es noch vor, dass Kalim ängstlich droht. Aber durch freundliche Ansprache stellt er dieses Verhalten sofort ein und sucht Schutz bei seinem Menschen.

Er kuschelt sich dann unterwürfig in seinen Menschen und möchte gerne gestreichelt werden.


Andere Tiere

Andere Tiere findet Kalim aufregend. Eine, im Haus lebende, Katze lernt Kalim derzeit kennen und hat sie auch schon einige Male abgeschnuppert.


Jagdtrieb

Kalim jagt alles was wegrennt und erkennt jede Wildfährte.



Leinenführigeit und Co.

Kalim läuft hervorragend an der Leine. Wenn er bei Fuß gehen muss, läuft er ruhig links neben mir..
Bei den Spaziergängen lassen wir ihn völlig in Ruhe alles erkunden, denn dies entspannt Kalim total.
Dabei zieht er zwischendurch, lässt sich aber auch abrufen und stellt den Leinenzug auf einen Ruck ein.

Kalim ist sehr gelehrig.
Im Haus kennt er nun alle Regelungen und gehorcht super.
Kalim ist grundsätzlich stubenrein, aber er markierte anfangs sehr viel im Hause.

Dies hat er aber komplett eingestellt.
Beim Staubsaugen hat er immer noch Bammel, aber er sucht trotzdem meinen Kontakt und ich kraule ihn dabei.

Kalim klaut auch manchmal Dinge, lässt sich diese aber problemlos, mit freundlichen Worten, abnehmen.

Nur wenn er Hausschuhe klaut, klappt dies nicht so einfach. Vermutlich wurde Kalim mit Hausschuhen geprügelt.

Sobald man den Hausschuh in der Hand hat, droht er plötzlich.
Am einfachsten lockt man Kalim vom Hausschuh weg, indem man in einiger Entfernung kniet und ihn freundlich ruft.
Dann freut Kalim sich und kommt schmusen. Dann kann man in Ruhe zum Pantoffel gehen und diesen wieder weglegen.

Ein kurzer Umweg welcher garantiert zu einem friedlichen Erfolg führt.
Kalim macht allerdings seine Beute auch nicht kaputt. Er schleppt sie stolz an und stellt sie auf den Boden.

Autofahren

Bei der Autofahrt ist Kalim ruhig.
Er wird aber getrennt von den anderen Hunden im Auto untergebracht. Nach einigen Fahrten freut sich Kalim nun total und hüpft vergnügt ins Auto.


Alleine bleiben

Sobald man Kalim alleine lässt, versucht er hinter seinem Menschen herzukommen. Er bleibt aber ruhig.
Selten springt er an der Tür hoch, wenn er uns draußen sieht.

Fazit ...

Kalims anfängliche, angstmotivierte Aggression, hat er nach nur 10 Tagen fast eingestellt.
Beim Umgang mit Kalim ist es für alle Beteiligten wichtig, immer ruhig und freundlich mit ihm umzugehen.
Da Kalim`s Gestik und Mimik gut zu lesen ist, sind nach wenigen Tagen so gut wie keine Probleme mit Kalim zu verzeichnen.

Beispielsweise versteift er sich nicht mehr, wenn er am Geschirr aus dem Raum geführt werden soll.
Kalim hat verstanden, dass dies eine für ihn ungefährliche Behandlung ist.

Nach der recht kurzen Eingewöhnung ist Kalim ein ganz lieber und verschmuster Hund. Er ist einfach nur liebenswert.

BSiN Pflegestelle
19.11.2018, 19:12
Müüüde und Kuschelig:berni2:

https://up.picr.de/34374839xb.jpg

Kalim liegt nun auch gerne mal alleine draußen und genießt die Herbstsonne :sonneschein:

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Kalim möchte immer kuscheln

https://up.picr.de/34374844bt.jpg

Kalim liegt nun auch gerne mal vor dem warmen Bollerofen

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Sabberalarm

BSiN Pflegestelle
27.11.2018, 13:27
Pflegetagebuch: Kalim - nach 1 Monat in der Pflegestelle


Kalim geht´s richtig prima! :jajajajaja:

Jeder neue Tag ist für Kalim einfach SUPER!
Schon morgens nach dem Aufstehen, freut er sich total und begrüßt die gesamte Familie mit Küsschen und ganz viel Gewedel.

Kalim macht täglich weitere Fortschritte und mittlerweile hat er auch seine Angst abgelegt.
Wir können nun eigentlich in fast allen Situationen ganz normal mit Kalim umgehen, da er nun keine Angst mehr vor Prügel hat.
Nur Abends, wenn er schwer müde ist, muss man ab und zu nochmal ein wenig vorsichtiger sein.
Das ist aber nun wirklich selten der Fall.


Vorletzte Woche war Kalim noch einmal grantig gegen einen der anderen Hunde. Wir konnten leider nicht beobachten, was der Auslöser war.

Auf jeden Fall ist der Berner Boss dann auf Kalim gestürmt und hat ihn bis zu seiner völligen Aufgabe heruntergerangelt.
Es war ein lautes schreckliches Getöse, aber es ist zu keiner Beisserei gekommen und niemand der Hunde wurde verletzt.
Die Sache wurde da ein für allemal geklärt.
Kalim hat nun seinen Platz in der Rangfolge gefunden und beschwichtigt den Berner-Boss-Rüden, wenn der sich auch nur aufbaut :lachzwinker:

Aber Kalim sucht auch seine Nähe, liegt gerne bei ihm und versucht auch immer mal wieder ein Spiel mit dem Chef einzugehen.

Aber der möchte das momentan noch nicht...:berni1:


Bei den Spaziergängen läuft er immer häufiger ohne Leinenzug und er gehorcht total toll, achtet auch auf das andere Ende der Leine.

Als mein, ihm bisher unbekannter, Bruder zu Besuch kam, hat sich Kalim von der allgemeinen Freude anstecken lassen und sich ganz niedlich in ihn hineingeschmust.


Diese Woche gab´s wegen Grippe mal drei Tage hintereinander keinen Waldspaziergang und auch nicht wirklich Programm hier.

Dennoch war Kalim, trotz geringer Auslastung, total lieb und verträglich. Auch das ist ja mal ganz gut zu wissen....


Ab und zu sieht man Kalim an, dass er den Schalck :puurzelbaeumchen:im Nacken hat.
Er hat dann eine richtig freche Schnute und möchte Blödsinn machen.
Dann hat er sich den Putzeimer geschnappt und diesen mitten im Zimmer abgestellt und uns dann ganz frech angeguckt.
Als wir ihn dann auch frech angesprochen haben, hat er sich total gefreut und hat gekuschelt.

Auch wenn er mal die Zeitung, die er in der für ihn "verbotenen Küche" findet und anschleppt, bekommt er natürlich eine Rüge.

Aber er guckt uns dann ganz schuldbewusst an und wedelt verlegen, so dass wir ihm die Zeitung problemlos abnehmen können.
Dann wird er natürlich ganz doll gelobt und das liebt Kalim. :hundestreichel:

Kalim liebt es immer noch, täglich mehrfach mit der kleinen Berner-Hündin zu spielen und es klappt auch immer häufiger, dass er auf unsere "Beendung der Toberei", auch wirklich damit aufhört .:lachzwinker:

Auch wir selber können mit Kalim gefahrlos spielen, da Kalim uns jetzt genau kennt.

Ich habe angefangen, ihm spielerisch ein paar zarte Backpfeifen zu geben und spreche ihn dabei abwechselnd mit einer rauhen und einer piepsigen Stimmlage an.

Dabei ist aber meine gesamte Körperhaltung auf entspanntes Spiel eingestellt.
Zwischendrin schubse ich ihn auch immer sanft weg.
Anfangs hat Kalim das verwundert, blieb aber entspannt, so dass ich mein Verhalten also immer ein bisschen steigern konnte.

Kalim ist darauf super eingestiegen und hat größten Spaß dabei. Zwischendrin wird er natürlich immer ordentlich durchgekuschelt. :freunde:

Weiterhin erleben wir unglaubliche Fortschritte mit Kalim und sind immer wieder erstaunt, wie auch "dieser alte Knochen" täglich dazulernt und uns solch eine Freude bereitet.


:highfive:


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:hundestreichel:

BSiN Pflegestelle
03.12.2018, 18:44
Pflegetagebuch Kalim, 5.Woche in der Pflegestelle

:hundestreichel:

Kalim macht weiterhin unaufhörlich Fortschritte.
Es sind so viele kleine Dinge im täglichen Zusammenleben, bei denen Kalim auffällt, weil er eben nicht mehr auffällt :lachzwinker:

Kalims Verhalten ist einfach zauberhaft, weil er seiner selbst nun so sicher ist und sich auch toll anleiten lässt.

Beim Spielen mit der jungen Bernerhündin übertreibt er immer noch gerne mal.
Wir können aber jederzeit gefahrlos eingreifen und ihn aus dem Gewusel ziehen.
Kalim lässt sich dann ganz artig in seinen Liegeplatz begleiten.

Mittlerweile üben wir mit Kalim auch das Bleib. Er muss also auf seinem Liegeplatz bleiben, selbst wenn er das nicht möchte.
Vier bis fünf mal müssen wir noch auf ihn zugehen und dabei sind wir in der Ansprache recht barsch und auch die Annäherung an ihn ist dann sehr resolut.
Kalim hat aber überhaupt keine Angst mehr vor uns, sondern einen gesunden Respekt. :jajajajaja:
Wir können ihn dann auch ohne Umwege anfassen und natürlich endet alles immer für Kalim in liebevollem Geschmuse.

Was anfangs undenkbar war, ist nun durch unzählige Wiederholungen für Kalim normal geworden:
Anfassen, wegschubsen, wegziehen, forsche frontale Annäherung, sich beim Anfassen über Kalim beugen, zarte Klapser beim Spielen und Kuscheln.
Da dieses normale menschliche Verhalten für Kalim keine Bedrohung mehr darstellt und er damit völlig entspannt umgeht, durfte Kalim nun auch fremde Menschen kennenlernen.

Also kam mein bester Freund zu Besuch und da die anderen Hunde ihn so freudig begrüßt haben, schloss sich Kalim der allgemeinen Freude an.
Mein Kumpel bahnte sich seinen Weg durch die Hunde und schob alle einfach weg, setzte sich auf den Sessel.
Kalim ging freudig zu ihm und schmuste sich mit seinem Kopf in den Schoß und liess sich überall streicheln.
Als Kalim dann mal zwischen Sessel und Tisch in Richtung Kratzbaum schlich, packte mein Freund Kalim einfach am Geschirr.
Dann zog er Kalim unter dem üblichen "Raus Hier" zurück. Kalim gehorchte, ging "raus da" :lachzwinker: und zog es vor, sich weiter kraulen zu lassen.
Dabei war Kalim völlig entspannt.
Nach einiger Zeit "Gekraule" sagte mein Freund dann "Ab" und schob ihn von sich.
Kalim trotte von dannen und legte sich auf seinen Liegeplatz.


Beim Spaziergang mit einer befreundeten Hündin und ihrem Frauchen war es sehr anstrengend.
Die Hündin tobt immer extrem wild und schnell mit unserer jungen Bernerhündin durch den Wald.
Das hat Kalim sehr aufgeregt und er hat viel gebellt, sobald die Mädels durch den Busch gerannt sind.
Schon beim ersten Beschnuppern war Kalim ein bisschen garstig und nicht nett, hat der Hündin gedroht.
Dies hat er im Verlauf des Spazierganges noch mehrfach wiederholt, bis die Hündin ihrerseits den Kalim einmal angeknurrt hat.
Danach hat die Hündin den Kalim nur noch anschauen brauchen und Kalim hat verlegen zur Seite geschaut.
Somit hat Kalim sein garstiges Verhalten eingestellt und immer beschwichtigt.

Kalim hat beim Kontakt mit Menschen im Wald aber immer noch den Drang an den Menschen hochzuspringen.
Dabei wurde er an der Leine zurückgezogen.
Danach hat er nicht nochmal versucht die Menschen anzuspringen.
Allerdings war er dabei überhaupt nicht garstig, sondern hat sich einfach nur total gefreut und war total lieb.
Er ist dabei derzeit einfach nur ein bisschen überdreht.
Kalim möchte doch sooo gerne auch von neuen Leuten, die wir freundlich begrüßen, gestreichelt werden.:hundestreichel:

Diese Woche haben ich daheim einige verfilzte Fellklumpen aus Kalims Fell entfernt.
Hinter dem Ohr konnte ich problemlos zupfen und zerren, ohne dass Kalim nervös wurde.
Auch die Verfilzung an seinen Schenkeln konnte ich problemlos herausschneiden.
Nachher hat ihn meine Gattin ausgebürstet und Kalim fand das toll.
Kalim war dabei einfach nur ein ganz liebes Schätzchen.
Zur Belohnung durfte er meinen Joghurtbecher auslutschen, das hat ihn sehr erfreut.

Dieses Jahr haben wir endlich wieder mal einen Weihnachtsbaum vor der Tür.
Beim Schmücken hat Kalim doch tatsächlich einen Ball entdeckt, den er sich dann auch prompt genommen hat.
Der hing aber ja noch im Nadelgehölz und als er dann auch noch NEIN und PFUI gehört hatte, wurde er nervös.
Aber mit Ruhe konnte ich die Christbaumkugel einfach, durch einen Griff um seine Schnauze, aus seinem Schnutengewahrsam entfernen.
Dann wurde Kalim wieder ganz dolle gekuschelt und er hat sich gefreut.
Seitdem hat er auch geschnallt, dass diese Bälle kein Spielzeug für Kalim sind.

Beim Füttern ist Kalim wie ein Wirbelwind und freut sich total.
Wenn die Futternäpfe den ersten beiden Bernern hingestellt werden, geht Kalim da nicht dran, sondern flitzt weiter freudig durch die Gegend.
Kalim bekommt als dritter seinen Napf und setzt sich auf Kommando.
Dabei springt er aber noch sofort wieder auf und möchte seinen Kopf in den Napf stecken, bevor dieser den Boden erreicht.
Aber mit zunehmender Übung lässt dieses Verhalten nach, wobei wir Tag für Tag von vorne anfangen :lachzwinker:
Da Kalim aber dabei immer lieb ist, macht das ja nix. Er bekommt sein Futter erst, wenn er sitzt.
Irgendwann wird er das schon kapieren.

Das Hochspringen an der Tür hat er noch nicht komplett eingestellt, es wird aber weniger.
Dennoch hat er auch in diesem Bereich schon einen bedeutsamen Erfolg erzielt.
Meine Gattin ist nun erst mit zwei anderen Bernern zu einem Spaziergang aufgebrochen, Kalim blieb mit mir daheim.
Er konnte aber genau zusehen, wie draußen vor der Tür die Vorbereitungen getroffen wurden.
Kalim ist zwar sehr aufgeregt und bellend vor der Tür hin und her gelaufen.
Er hat aber, obwohl er schon angesetzt hatte, auf den Sprung gegen die Tür verzichtet.
Ich habe dies sehr schön beobachten können, brauchte nichts zu sagen.
Bei der Rückkehr war es allerdings schwieriger für Kalim, er ist ein paar mal hochgesprungen.
Aber gehorchte dennoch super auf meine "NEIN´s" vom Sessel aus :lachzwinker:

Sobald aber Kalim unten im Gartenbereich ist, springt er noch öfters an der Tür hoch.
Ich hatte erst überlegt mit einer Wassersprühflasche gegen sein Verhalten vorzugehen.
Das wäre mit Sicherheit schneller ein Erfolg geworden und hätte Kalim auch nicht geschadet.

Der oben beschriebene Erfolg ist der nun folgenden Taktik geschuldet, welche ich nach langen Überlegungen speziell auf Kalim bezogen gewählt habe.

Denn ich habe mich bezüglich der Türproblematik für Kalim und auch für mich für einen schwierigeren Weg entschieden, der hinsichtlich seiner anfänglichen Probleme mit der menschlichen Annäherungsweise einen doppelten Lerneffekt für Kalim bedeutet.

Ein jedes mal, wenn Kalim an der Tür hochgesprungen ist um mein Erscheinen bei ihm draußen zu erzwingen, bin ich tatsächlich zur Tür gegangen, habe diese geöffnet.
Dann habe ich Kalim weggeschoben, also mit meinem Körper abgedrängt und angemotzt.
Anschließend bin ich wieder hineingegangen.
Dadurch hat der eigentliche Gewinn für Kalim, dass ich doch zu ihm hinausgegangen bin, für Kalim einen faden Beigeschmack erhalten.
Kalim hat sein Ziel erreicht, dass ich zu ihm gekommen bin, aber Kalim hat kein Erfolgserlebnis, weil ich mich nicht mit ihm positiv befasse.
Dieses habe ich unzählige Male seit einiger Zeit wiederholt.
Erst wenn Kalim vor der Tür steht und geraume Zeit nicht an dieser hochspringt, gehe ich hinaus und belohne ihn mit freundlicher Ansprache und liebevollem Körperkontakt.
Das erfreut Kalim sehr und bringt ihm seinen Erfolg.
Zudem hat Kalim gemerkt, dass er vom Menschen trotz der bedrohlichen Annäherung und der barschen Ansprache keine Prügel zu befürchten hat.
Kalim hat kapiert, dass er auch bei einer an sich bedrohlichen Annäherung keine Angst vor dem Menschen mehr haben muss.

Alleine diese Tatsache ist eine Grundlage für den Umgang mit Kalim.

Kalim liegt ja nachts direkt neben meinem Bett. Mittlerweile darf ich auch seitlich einsteigen.
Ich darf also auf seinen Liegeplatz steigen, selbst wenn er schon liegt.
Wenn er dabei sitzt, kraule ich Kalim immer sehr liebevoll.
Wenn er liegt, spreche ich ihn liebevoll an und seine Mimik sagt mir, dass ihm das gut gefällt.

Beim Aussteigen bin ich allerdings noch vorsichtiger, weil ich ja auch selbst noch so müde bin :lachzwinker: .
Im Schlaf verarbeitet Kalim alles und wenn er aus dem Tiefschlaf gerissen wird, versteifte er sich selten ab und zu noch.
Dennoch fasse ich ihn zwischendurch an und streichele ihn sanft, spreche liebevoll seinen Namen.
In dieser Woche habe ich dann den Durchbruch bei Kalim gemerkt, er spannt sich nicht mehr an, bleibt einfach liegen ohne aufzusehen.


Kalim bekommt übrigens total selten mal ein Leckerchen als Belohnung.

Kalim´s Fortschritte haben wir uns gemeinsam mit Liebe und durch Vertrauen aus dem Herzen und nicht aus dem Magen heraus hart erarbeitet.
Dies war die von uns für Kalim speziell getroffene Entscheidung nach ausführlicher Beobachtung.
Denn so können nicht nur Kalim und wir als Pflegestelle, sondern alle anderen fremden Menschen (auch hinsichtlich seiner Vermittlung) daran ihre Freude haben.

Bei anderen Pflegehunden sind wir allerdings über die Leckerchen zum Erfolg gekommen.

`Jeder Jeck ist anders` und es bedarf immer individueller Strategien.

Nachdem `der Bayrische` wieder daheim ist, hat sich Kalim auch mal das Iglu ausgesucht.

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W-Kranz

BSiN Pflegestelle
03.12.2018, 18:45
Pflegetagebuch Kalim, 5.Woche in der Pflegestelle



:hundestreichel:



Kalim macht weiterhin unaufhörlich Fortschritte.

Es sind so viele kleine Dinge im täglichen Zusammenleben, bei denen Kalim auffällt, weil er eben nicht mehr auffällt :lachzwinker:



Kalims Verhalten ist einfach zauberhaft, weil er seiner selbst nun so sicher ist und sich auch toll anleiten lässt.



Beim Spielen mit der jungen Bernerhündin übertreibt er immer noch gerne mal.

Wir können aber jederzeit gefahrlos eingreifen und ihn aus dem Gewusel ziehen.

Kalim lässt sich dann ganz artig in seinen Liegeplatz begleiten.



Mittlerweile üben wir mit Kalim auch das Bleib. Er muss also auf seinem Liegeplatz bleiben, selbst wenn er das nicht möchte.

Vier bis fünf mal müssen wir noch auf ihn zugehen und dabei sind wir in der Ansprache recht barsch und auch die Annäherung an ihn ist dann sehr resolut.

Kalim hat aber überhaupt keine Angst mehr vor uns, sondern einen gesunden Respekt. :jajajajaja:

Wir können ihn dann auch ohne Umwege anfassen und natürlich endet alles immer für Kalim in liebevollem Geschmuse.



Was anfangs undenkbar war, ist nun durch unzählige Wiederholungen für Kalim normal geworden:

Anfassen, wegschubsen, wegziehen, forsche frontale Annäherung, sich beim Anfassen über Kalim beugen, zarte Klapser beim Spielen und Kuscheln.

Da dieses normale menschliche Verhalten für Kalim keine Bedrohung mehr darstellt und er damit völlig entspannt umgeht, durfte Kalim nun auch fremde Menschen kennenlernen.



Also kam mein bester Freund zu Besuch und da die anderen Hunde ihn so freudig begrüßt haben, schloss sich Kalim der allgemeinen Freude an.

Mein Kumpel bahnte sich seinen Weg durch die Hunde und schob alle einfach weg, setzte sich auf den Sessel.

Kalim ging freudig zu ihm und schmuste sich mit seinem Kopf in den Schoß und liess sich überall streicheln.

Als Kalim dann mal zwischen Sessel und Tisch in Richtung Kratzbaum schlich, packte mein Freund Kalim einfach am Geschirr.

Dann zog er Kalim unter dem üblichen "Raus Hier" zurück. Kalim gehorchte, ging "raus da" :lachzwinker: und zog es vor, sich weiter kraulen zu lassen.

Dabei war Kalim völlig entspannt.

Nach einiger Zeit "Gekraule" sagte mein Freund dann "Ab" und schob ihn von sich.

Kalim trotte von dannen und legte sich auf seinen Liegeplatz.





Beim Spaziergang mit einer befreundeten Hündin und ihrem Frauchen war es sehr anstrengend.

Die Hündin tobt immer extrem wild und schnell mit unserer jungen Bernerhündin durch den Wald.

Das hat Kalim sehr aufgeregt und er hat viel gebellt, sobald die Mädels durch den Busch gerannt sind.

Schon beim ersten Beschnuppern war Kalim ein bisschen garstig und nicht nett, hat der Hündin gedroht.

Dies hat er im Verlauf des Spazierganges noch mehrfach wiederholt, bis die Hündin ihrerseits den Kalim einmal angeknurrt hat.

Danach hat die Hündin den Kalim nur noch anschauen brauchen und Kalim hat verlegen zur Seite geschaut.

Somit hat Kalim sein garstiges Verhalten eingestellt und immer beschwichtigt.



Kalim hat beim Kontakt mit Menschen im Wald aber immer noch den Drang an den Menschen hochzuspringen.

Dabei wurde er an der Leine zurückgezogen.

Danach hat er nicht nochmal versucht die Menschen anzuspringen.

Allerdings war er dabei überhaupt nicht garstig, sondern hat sich einfach nur total gefreut und war total lieb.

Er ist dabei derzeit einfach nur ein bisschen überdreht.

Kalim möchte doch sooo gerne auch von neuen Leuten, die wir freundlich begrüßen, gestreichelt werden.:hundestreichel:



Diese Woche haben ich daheim einige verfilzte Fellklumpen aus Kalims Fell entfernt.

Hinter dem Ohr konnte ich problemlos zupfen und zerren, ohne dass Kalim nervös wurde.

Auch die Verfilzung an seinen Schenkeln konnte ich problemlos herausschneiden.

Nachher hat ihn meine Gattin ausgebürstet und Kalim fand das toll.

Kalim war dabei einfach nur ein ganz liebes Schätzchen.

Zur Belohnung durfte er meinen Joghurtbecher auslutschen, das hat ihn sehr erfreut.



Dieses Jahr haben wir endlich wieder mal einen Weihnachtsbaum vor der Tür.

Beim Schmücken hat Kalim doch tatsächlich einen Ball entdeckt, den er sich dann auch prompt genommen hat.

Der hing aber ja noch im Nadelgehölz und als er dann auch noch NEIN und PFUI gehört hatte, wurde er nervös.

Aber mit Ruhe konnte ich die Christbaumkugel einfach, durch einen Griff um seine Schnauze, aus seinem Schnutengewahrsam entfernen.

Dann wurde Kalim wieder ganz dolle gekuschelt und er hat sich gefreut.

Seitdem hat er auch geschnallt, dass diese Bälle kein Spielzeug für Kalim sind.



Beim Füttern ist Kalim wie ein Wirbelwind und freut sich total.

Wenn die Futternäpfe den ersten beiden Bernern hingestellt werden, geht Kalim da nicht dran, sondern flitzt weiter freudig durch die Gegend.

Kalim bekommt als dritter seinen Napf und setzt sich auf Kommando.

Dabei springt er aber noch sofort wieder auf und möchte seinen Kopf in den Napf stecken, bevor dieser den Boden erreicht.

Aber mit zunehmender Übung lässt dieses Verhalten nach, wobei wir Tag für Tag von vorne anfangen :lachzwinker:

Da Kalim aber dabei immer lieb ist, macht das ja nix. Er bekommt sein Futter erst, wenn er sitzt.

Irgendwann wird er das schon kapieren.



Das Hochspringen an der Tür hat er noch nicht komplett eingestellt, es wird aber weniger.

Dennoch hat er auch in diesem Bereich schon einen bedeutsamen Erfolg erzielt.

Meine Gattin ist nun erst mit zwei anderen Bernern zu einem Spaziergang aufgebrochen, Kalim blieb mit mir daheim.

Er konnte aber genau zusehen, wie draußen vor der Tür die Vorbereitungen getroffen wurden.

Kalim ist zwar sehr aufgeregt und bellend vor der Tür hin und her gelaufen.

Er hat aber, obwohl er schon angesetzt hatte, auf den Sprung gegen die Tür verzichtet.

Ich habe dies sehr schön beobachten können, brauchte nichts zu sagen.

Bei der Rückkehr war es allerdings schwieriger für Kalim, er ist ein paar mal hochgesprungen.

Aber gehorchte dennoch super auf meine "NEIN´s" vom Sessel aus :lachzwinker:



Sobald aber Kalim unten im Gartenbereich ist, springt er noch öfters an der Tür hoch.

Ich hatte erst überlegt mit einer Wassersprühflasche gegen sein Verhalten vorzugehen.

Das wäre mit Sicherheit schneller ein Erfolg geworden und hätte Kalim auch nicht geschadet.



Der oben beschriebene Erfolg ist der nun folgenden Taktik geschuldet, welche ich nach langen Überlegungen speziell auf Kalim bezogen gewählt habe.



Denn ich habe mich bezüglich der Türproblematik für Kalim und auch für mich für einen schwierigeren Weg entschieden, der hinsichtlich seiner anfänglichen Probleme mit der menschlichen Annäherungsweise einen doppelten Lerneffekt für Kalim bedeutet.



Ein jedes mal, wenn Kalim an der Tür hochgesprungen ist um mein Erscheinen bei ihm draußen zu erzwingen, bin ich tatsächlich zur Tür gegangen, habe diese geöffnet.

Dann habe ich Kalim weggeschoben, also mit meinem Körper abgedrängt und angemotzt.

Anschließend bin ich wieder hineingegangen.

Dadurch hat der eigentliche Gewinn für Kalim, dass ich doch zu ihm hinausgegangen bin, für Kalim einen faden Beigeschmack erhalten.

Kalim hat sein Ziel erreicht, dass ich zu ihm gekommen bin, aber Kalim hat kein Erfolgserlebnis, weil ich mich nicht mit ihm positiv befasse.

Dieses habe ich unzählige Male seit einiger Zeit wiederholt.

Erst wenn Kalim vor der Tür steht und geraume Zeit nicht an dieser hochspringt, gehe ich hinaus und belohne ihn mit freundlicher Ansprache und liebevollem Körperkontakt.

Das erfreut Kalim sehr und bringt ihm seinen Erfolg.

Zudem hat Kalim gemerkt, dass er vom Menschen trotz der bedrohlichen Annäherung und der barschen Ansprache keine Prügel zu befürchten hat.

Kalim hat kapiert, dass er auch bei einer an sich bedrohlichen Annäherung keine Angst vor dem Menschen mehr haben muss.



Alleine diese Tatsache ist eine Grundlage für den Umgang mit Kalim.



Kalim liegt ja nachts direkt neben meinem Bett. Mittlerweile darf ich auch seitlich einsteigen.

Ich darf also auf seinen Liegeplatz steigen, selbst wenn er schon liegt.

Wenn er dabei sitzt, kraule ich Kalim immer sehr liebevoll.

Wenn er liegt, spreche ich ihn liebevoll an und seine Mimik sagt mir, dass ihm das gut gefällt.



Beim Aussteigen bin ich allerdings noch vorsichtiger, weil ich ja auch selbst noch so müde bin :lachzwinker: .

Im Schlaf verarbeitet Kalim alles und wenn er aus dem Tiefschlaf gerissen wird, versteifte er sich selten ab und zu noch.

Dennoch fasse ich ihn zwischendurch an und streichele ihn sanft, spreche liebevoll seinen Namen.

In dieser Woche habe ich dann den Durchbruch bei Kalim gemerkt, er spannt sich nicht mehr an, bleibt einfach liegen ohne aufzusehen.





Kalim bekommt übrigens total selten mal ein Leckerchen als Belohnung.



Kalim´s Fortschritte haben wir uns gemeinsam mit Liebe und durch Vertrauen aus dem Herzen und nicht aus dem Magen heraus hart erarbeitet.

Dies war die von uns für Kalim speziell getroffene Entscheidung nach ausführlicher Beobachtung.

Denn so können nicht nur Kalim und wir als Pflegestelle, sondern alle anderen fremden Menschen (auch hinsichtlich seiner Vermittlung) daran ihre Freude haben.



Bei anderen Pflegehunden sind wir allerdings über die Leckerchen zum Erfolg gekommen.



`Jeder Jeck ist anders` und es bedarf immer individueller Strategien.



Nachdem `der Bayrische` wieder daheim ist, hat sich Kalim auch mal das Iglu ausgesucht.



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W-Kranz

BSiN Pflegestelle
14.12.2018, 14:26
Pflegetagebuch Kalim, 6.Woche in der Pflegestelle

Wie immer kann ich nur sagen, dass Kalim sich weiterhin toll entwickelt.

Er ist einfach nur lieb und niedlich.

Täglich mehrfach spielt er noch mit seiner jungen Freundin und auch der Chef-Berner ist schon einige Male mit in das Spiel eingestiegen.

Dann ist Kalim aber immer noch schüchtern, aber freut sich dennoch total.

:berni3:
Auch die Katze hat er jetzt täglich mehrfach ausgiebig abgeschnuppert und dabei ganz viel gewedelt.
Wenn die Katze sich dann beim Abschnuppern mit dem Gesicht zu ihm dreht und ihn anquakt, guckt er immer ganz schüchtern zur Seite. Einfach niedlich!


Neulich hat er draußen vor der Tür nochmal ein bisschen "randaliert" und ist gegen die Scheibe gesprungen.

Er ist dann beim Türöffnen blitzschnell reingelaufen und hat mich weggedrückt.

Ich habe ihn dann unten im Flur "gestellt" und er hat die bisher größten Schimpfe von mir bekommen.

Kalim war dabei eingeengt und hat unsicher leise geknurrt, setzte sich dabei hin.

Als ich dann fertig mit meiner Schimpftirade war, habe ich mich hingekniet und ihn mit "Komm" gerufen.

Man konnte ihm ansehen, wie erleichtert Kalim war.

Er hat sich soo sehr gefreut und sich direkt in mich hineingeschmust und meine Hände beschwichtigend abgeleckt.

Kalim ist unglaublich lieb.


Ansonsten benimmt er sich auch fabelhaft und wir können alles mit ihm machen.

Wir haben angefangen, ihn mit den anderen Hunden auch mal alleine zu lassen.

Nach anfänglichem kurzen Bellen stellt er das aber ein und er bleibt ruhig im Hause.

Umso riesiger ist dann natürlich auch wieder seine Freude, wenn man zurückkehrt.

Wie eine Gummischlange tänzelt er um einen herum.

Zwei Tage hintereinander waren wir dann zu verschiedenen Zeiten weg, mal kürzer und mal länger.

Und einmal nahm ich dann auch noch einen der Hunde mit, der dann nach einer Operation, blutbefleckt, wieder nach Hause kam.

Kalim hat sich wieder so doll gefreut und auch die Hündin ganz zärtlich begrüßt.

Aber als es dann nachmittags Futter gab, hat er vorher wegen der vielen Aufregung einmal Dünnpfiff gehabt und bekam dann auch Bauchweh.

Kalim wollte dann auch nichts fressen und wieder reingehen.

Kalim hatte sich dann lieber hingelegt und ausgiebig geschlafen.

Er ist wirklich ein schlaues Kerlchen.


Also weiterhin gibt es nur Positives zu berichten und Kalim bereitet uns wirklich unheimlich Freude.

Es ist so schön mitzuerleben, wie entspannt und lustig Kalim ist.

------------------------


Heute morgen war ich schon ganz früh auf und einige Zeit später kam Kalim dann auch zu mir hoch und hat sich wieder gefreut.

Nach gemütlichem Schmusen hat er dann noch vor dem Bollerofen weitergepennt.

Heute früh hatte er immer noch ein bisschen Ärger mit dem Bäuchlein, aber er hatte kein Durchfall als er draußen auf der Wiese war. Es kam garnichts raus...

Also gab´s für den Süßen heute früh mal Schonkost. Eine kleine Portion Kartoffelbrei mit Fleisch.

Da war aber einer Glücklich über diese Bescherung....

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und abschließend nochmal ordentlich "Danke sagen" und kuscheln

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W-Baum

BSiN Pflegestelle
19.12.2018, 13:47
Pflegetagebuch Kalim, 7.Woche in der Pflegestelle

Wir haben eine sehr lehr- und ereignisreiche siebte Woche hinter uns. :lachzwinker:

Diese Woche hat Kalim unten im Schlafzimmer abends gedroht.
Zuvor habe ich ihn in auf seinen Schlafplatz geschickt und bin kurze Zeit später gefolgt.
Als ich dann frontal auf ihn zuging, sprang er zurück und knurrte.

Kalim war total verunsichert.
Ich habe mich dennoch vor ihn auf den Bettrand gesetzt und ihn ruhig angesprochen und meine Hand auf mein Knie gelegt.
Dann kam Kalim sehr verunsichert und berührte meine Hand.
Es dauerte einige Zeit während des Kraulens, bis er sich wieder völlig entspannte.

An einem anderen Tag war ich aufgrund von Schmerzen verspannt und stieg abends über das Fußende aus dem Bett.
Ich verweilte kurz dort um meine Knochen zu sortieren.
Dabei sprang Kalim, aus seinem Schlaf gerissen, aus seinem Bett auf, schaute mich kurz an und spannte sich sofort an.
Er drohte unmittelbar und stand von seinem Schlafplatz auf.
Ich hockte mich dann nach einiger Zeit entfernt vor ihn und dennoch beruhigte er sich nicht.
Kalim war völlig verunsichert, versteift und beruhigte sich auch bei freundlicher Ansprache nicht.

Kalim schnappte in Richtung meiner Hand, erreichte sie aber nicht.
Ich habe bewusst sehr viel Abstand gehalten, da Kalims Verhalten dieses erfordert hatte.
Ich habe mich dann entschieden die Situation einfach aufzulösen, indem ich mich zurückgezogen habe.
Hätte ich ihm meine Hand angeboten, hätte er sie gepackt.

Derweil konnte meine Gattin Kalim ganz normal streicheln und er entspannte sich wieder.
Als ich kurze Zeit später wieder in Richtung des Zimmers ging, versteifte Kalim sich sofort wieder und drohte knurrend.
Ich war aufgrund meiner Verspannung auch immer noch angespannt. Dies hat Kalim als Bedrohung gegen ihn verstanden.
Ich habe mich dann entschlossen, wieder das Zimmer zu verlassen und habe alle Hunde abgerufen, die mir dann zum Pipi machen in den Garten gefolgt sind.

Ich habe dann diese "Pause" genutzt, um mich auch selbst wieder zu beruhigen und mal kräftig durchzuatmen.
Es ist logisch, dass man selbst auch nach solchen Erfahrungen aufgeregt ist und auch ein bisschen wütend wird.
Umso wichtiger ist dann eine räumliche Trennung voneinander, bis man sich wieder völlig beruhigt hat.
Mann muss sich diese Zeit nehmen um auch die gesamte Situation zu analysieren.
Danach konnte ich dann auch wieder frisch und fröhlich neu starten.

Als ich nach wenigen Minuten zur Gartentür kam, begrüßte mich ein gelöster und freundlicher Kalim.
Ich konnte danach wieder ganz normal mit ihm umgehen.

Manchmal (selten) vergisst Kalim, dass ihm bei uns keine Prügel drohen und er erleidet sogenannte "Flashbacks".

Kalim war auch mit den anderen Hunden wieder ca. 1,5 Stunden alleine im Hause verblieben.
Ich habe eine Videokamera aufgestellt und habe mir dann die 25 Minuten der Aufzeichnung angeschaut.
Nach meiner Abfahrt hat er ca. 2 Minuten aufgeregt gebellt und ist dabei fünf mal leicht an der Tür hochgesprungen.
Danach war absolute Ruhe, sogar als die Nachbarin weggefahren ist.
Meistens hat er vor dem Ofen gelegen, auch die anderen beiden Hunde waren ruhig.

Bei der Rückkehr hat er natürlich mit den anderen gebellt und die Begrüßung war wie immer sehr lustig und fröhlich.
So ist Kalim eigentlich fast immer: ein lustiges und fröhliches Kerlchen.:berni1:


Eines Tages haben wir erstmalig gemeinsam einen Spaziergang mit meinem Bruder und meinem sechsjährigen Neffen gemacht.
Bei uns hatte Kalim noch keinen Kontakt zu Kindern.
Kalim hat sich gefreut und wollte zwischendrin auch immer an dem Jungen hochspringen. Dies habe ich durch Leinenzug verhindert.
Ansonsten hat Kalim freundlich geschnuppert und auch als der Junge gelaufen ist, wollte Kalim freudig mitlaufen.

Als mein Bruder und sein Kind uns dann daheim besuchen kamen, haben sich ja auch die anderen Hunde sehr gefreut.

Kalim war freudig mittendrin, aber gesichert.

Nach kurzer Zeit wollte er den Jungen anspringen.
Dieser stand mit erhobenen Armen da und ging auch zurück.
Schon dabei bemerkte ich eine aufkommende angespannte Aggression bei Kalim und zeitgleich mit dem Zurückziehen drohte Kalim knurrend.
Das Kind blieb dabei völlig cool, hat alles perfekt richtig gemacht. Er hat ja Erfahrung mit Hunden.

Dies wäre allerdings ohne unser sicheres Eingreifen zu einer sehr gefährliche Situation geworden.

Drinnen im Wohnzimmer hat der Junge dann auf dem Boden krabbelnd, hüpfend und vergnügt mit seinem Spielzeug gespielt.
Kalim hatte ich derweil sicher auf seinem Liegeplatz neben meinem Sessel, zusätzlich mit einer kurzen Leine gesichert.
Währenddessen beobachtet Kalim den Jungen genau und versuchte immer wieder blitzeschnell zu dem Kind zu gelangen.
Dies war ihm durch die Sicherung natürlich nicht möglich.
Kalim war extrem aufgebracht, schnalzte, sabberte, jaulte und bellte ab und zu.
Dennoch konnte ich ihn problemlos handhaben, ihn zurückdrücken, ins Sitz beordern und anfassen.
Auch Streicheleinheiten, wenn er kurz mal ruhig war, ließ Kalim gerne zu.

Trotz des unvorteilhaften Verhaltens von Kalim gegenüber dem Kind, konnte ich mit Kalim anstellen, was immer ich wollte.
Mir gegenüber war Kalim in dieser anhaltenden Situation immer freundlich und entspannt.

Diese Situation und auch Kalims Verhalten konnten aber auch nur so positiv von mir und auch meiner Gattin beherrscht werden,
da wir Kalim in den sieben Wochen nun sehr gut kennenlernen konnten.
Ebenso konnte Kalim uns kennenlernen.

Dennoch ist ganz klar festzustellen, dass unser grundsätzliches Misstrauen und auch die Vorsicht im Umgang mit Kalim absolut gerechtfertigt sind und auch bleiben müssen.

Es ist aber nicht so, dass Kalim unberechenbar ist.
Man kann Kalim sehr gut lesen und problematische Ereignisse rechtzeitig erkennen.

Kalim zeigt durch seine Körpersprache genau an, wann bei ihm äußerste Vorsicht geboten ist.
Es ist bei uns daheim deswegen auch kein Problem, da wir damit umgehen können und Kalim, so gesehen, immer mit einem wachen Auge beobachtet wird.
Nach dieser Tageserfahrung hat Kalim so fest geschlafen wie noch nie :lachzwinker:

Die wichtigste Lernerfahrung für Kalim war in diesen Situationen auch, dass der Umgang mit ihm IMMER sehr ruhig erfolgt ist.
Es gibt dabei kein Gebrüll und vor allem keine Schläge.

Dennoch üben wir zwischendrin weiterhin, dass er auch mal einen lauten Brüll als Anpfiff, ohne weitere Folgen ertragen muss.
Zwischendrin humpele ich einfach auf ihn zu, ferner bedränge ich ihn.
Diese "Zwischendurch-Übungen" meistert Kalim immer sehr unproblematisch und ruhig.

Es geht weiterhin darum, Kalim ungewöhnlichen Situationen auszusetzen um ihn zu studieren und ihm zu zeigen, dass es für ihn keine Bedrohung darstellt, Welcher er sich durch Aggression zu schützen versucht.

Wenn wir Kalim bei solchem Verhalten beobachten, sind wir ihm nie böse, sondern stellen uns die Frage, was dieser arme Kerl früher durchgemacht haben muss.:achduschande:
Wie schlimm haben ihn Menschen misshandelt, dass er sich so verhält ??

Wir sind dann froh, dass diese Zeit hinter ihm liegt und helfen Kalim dabei, seine Angst zu verlieren.
Dies gelingt sehr gut, manchmal direkt und manchmal mit einem kleinen Umweg.

Ansonsten ist Kalim, im täglichen Umgang, echt ein liebenswerter Schatz.
Wir kuscheln total viel und wenn ich mal auf dem Sofa liege, legt er sein Köpfchen auf meine Brust und genießt es, durchgekrault zu werden. :hundestreichel:
Irgendwann legt er sich, neben das Sofa, auf den Boden und gibt mir immerzu Pfötchen beim Kraulen.
Wenn sich nun ein anderer Hund dazulegt, ist Kalim nicht mehr aufgebracht. Er rutscht zur Seit, damit jeder Platz hat.

Zwischendrin spielt er immer noch toll mit seiner jungen Berner-Freundin.
Auch wenn es mal doller wird, brauchen wir nun meist nur verbal mal dazwischenzubrüllen und er stellt das Toben ein.

Kalim entwickelt sich wirklich toll!!!

Kuschelzeit.....

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:29 2:

BSiN Pflegestelle
27.12.2018, 09:45
Pflegetagebuch Kalim, 8.Woche in der Pflegestelle



Kalim ist ein Lümmel.
Da ist er doch vormittags mal ganz alleine ins Schlafzimmer getippelt und ist irgendwie auf das recht hohe Bett gekrabbelt.
Als meine Gattin ihn dann gefunden hat, stand er schnuppernd auf dem Bettchen, wedelte ganz doll und guckte sie frech an.
Natürlich gab´s Mecker und Kalim ist dann auch ganz schnell runtergehüpft und hat sich in seinen Schlafplatz gesetzt.
Da wurde er schnell wieder ganz unsicher und versteifte sich.
Aber durch lustiges Zurufen und Abrufen kam er dann schnell und freudig angelaufen und hat sich seine Streicheleinheiten abgeholt.
Wenn wir dabei sind, würde er sich das nie trauen.

Neulich hat es hier so stark geregnet, da hatte Kalim echt keine Lust drauf.
Er ging vor die Tür, wurde kurz nass und wendete sofort wieder, um sich lieber vor den warmen Ofen zu legen.
Mit solch einem Regenwetter lockt man Kalim echt nicht vor die Tür.
Also haben wir etwas gewartet und dann eine Bulli-Tour gemacht.
Kalim freut sich, da er jetzt mit den anderen drei Hunden im vorderen Abteil hinter den Fahrersitzen mitfahren darf.

Da ist er ganz ruhig und es macht ihm nix aus, wenn ihm einer der anderen Hunde mal auf die Pfötchen latscht.
Aber sobald ich das Auto verlasse, klettert der Lümmel auf die Vordersitze.
Als ich ihn dann verwundert anguckte und laut
"Was machst Du denn da? Raus da!"sagte, kletterte er so schnell wie es geht ganz elegant zurück ins Hundeabteil.

Bei den Spaziergängen zieht er zwischendrin immer mal kräftig an der Leine.
Kalim freut sich nach so vielen Wochen immer noch so doll und ist immer noch wie ein kleiner Junghund.
Aber immer wenn der Zug zu stark wird, bekommt er einen kurzen Ruck und dann geht´s wieder für ein paar Meter :lachzwinker:

Bei den Spaziergängen hält er aber auch an und wartet mit mir, wenn sich einer der Hunde verschnuppert hat.
Kalim kommt auch gerne auf Zuruf und holt sich einen Krauler ab.
Mittlerweile nimmt er auch mal gerne ein Leckerchen, das war ja anfangs aufgrund seiner Unruhe nicht möglich für Kalim.

Die kleinen Gehorsamsübungen zwischendrin macht Kalim toll mit.
Aber wenn er durch andere Spaziergänger abgelenkt ist, ist das mit dem Gehorchen immer noch so eine Sache.
Er will ja immer so gerne dahin.
Aber zumindest lassen ihn die Schafe nun kalt.
Wenn die Schafe neugierig in Richtung des Zaunes kommen, dann wird Kalim doch ein bisschen mulmig und er sucht Schutz hinter uns.

Daheim wird auch immer noch täglich die Katze begrüßt und ganz vorsichtig abgeschnuppert.
Kalim hat begriffen, dass sie Teil des Rudels ist und kein Spielzeug, auch wenn sie immer so schön quakt.
Das findet er nämlich besonders lustig.

Beim Spielen mit seiner jungen Bernerfreundin ist er auch zärtlicher geworden.
Oft fummele ich dann auch mit meiner Hand mittendrin herum und zickel´ die Beiden.
Kalim findet das auch toll und spielt dann ganz vorsichtig mit meiner Hand.
Dabei bekommt er immer zärtliche Backpfeifen und manchmal schubse ich ihn auch weg.
Dann kommt er tapsig zurück und nimmt ganz zärtlich meine Hand in seinen Fang.
Noch nie hat er das Spiel mit uns Menschen übertrieben und ist immer sehr vorsichtig.
Wenn ich dann einfach mal jaulend "Aua" sage, dann lutscht er sofort die Hand ab und guckt mich ganz besorgt an.

Kalim ist so bezaubernd.

Weiterhin führen wir hier weiter das konsequente Programm mit Kalim durch, das gibt ihm sichtlich zunehmende Sicherheit.
Kalim weiß einfach wo er dran ist, was er darf und was nicht erwünscht ist.
Es gibt für ihn keine Überraschungen, das ist sehr wichtig .

Abends kraule ich ihn zwischendurch immer noch auf seinem Liegeplatz, meist hebt er dann hinten sein Bein an und zeigt mir seinen Bauch. Das ist immer ein gutes Zeichen.
Auch bekommt er mal ein Stück Äpfelchen dort, alles was ihm seine Unsicherheit auf diesem Platz nimmt, ist für Kalim ein Fortschritt in der Angstbewältigung.

Dieses Jahr wird Kalim,

dank Berner Sennenhunde in Not e.V. (https://www.berner-sennenhunde-in-not.de/index.php?id=31) , sein erstes friedliches Weihnachtsfest mit uns feiern.

Wir sind alle darüber sehr glücklich, denn das hat der kleine Lümmel so sehr verdient.






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... diese ermüdenden Fototermine immer...

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W-winken:weeeiiihnachten:W-BaumWir wünschen Euch allen ein fröhliches und gesegnetes Weihnachtsfest.W-Baum:weeeiiihnachten:W-winken

BSiN Pflegestelle
31.12.2018, 08:49
Pflegetagebuch Kalim, 9.Woche in der Pflegestelle

Weihnachten 2018

Kalim hat zum ersten Mal einen Ausflug zu meinen Eltern und ihrer BSiN-Hündin gemacht.
Die Hündin kannte er ja schon von Spaziergängen.
Da hatte sie ihn ja schon angegrummelt und Kalim hatte das nicht interessiert.
Kalim war anfangs natürlich aufgeregt und hat meine Nähe gesucht.

Aber die turbulente Begrüßung in dem fremden Haus hat ihm nichts ausgemacht.
Kalim hat die Streicheleinheiten von den, ihm fremden, Menschen sehr genossen.

Er ist ab und zu mal durch die Wohnung gelaufen und hat alles abgeschnuppert.
Zweimal hat er markiert, die restlichen zahlreichen Versuche konnte ich verbal unterbinden.

Auch die Hündin hat er abgeschnuppert und bei dem Aufenthalt ging fast immer seine Rute.

Kalim war nach der Begrüßung schnell tiefenentspannt und hat sich dann zwischen uns gelegt.
Sobald meine Mutter aufgehört hatte, ihn zu streicheln, gab er ihr sein Pfötchen und forderte mit Handlecken weitere Streicheleinheiten ein.

Kalim hat mir mit seinem tollen Verhalten das schönste Weihnachtsgeschenk gemacht.

Beim hinuntergehen in den Keller, hatte Kalim aber große Angst vor der Treppe im Treppenhaus und ist aus seinem Geschirr geschlüpft.
Ich konnte das schnell wieder an ihm befestigen und er war ganz ruhig und lieb, obwohl das eine absolute Engstelle war.

Früher wäre Kalim anders, heute bleibt er so lieb und ruhig.

Man konnte ihm ansehen, dass er froh war, dass seine Hunde und ich immer in seiner Nähe waren.

Mittlerweile hat Kalim auch bei den leckersten Kochgerüchen nicht mehr die Küche betreten.
Manchmal guckt er aus dem Flur mit den anderen Hunden zu, bleibt meist vor dem warmen Ofen liegen.
Auch wenn ich mal Holz nachlege, schiebe ich ihn einfach auf Seite.

Ich darf ihn auch am Rücken anfassen und wegschieben.
Kalim sieht mich dabei ruhig an, wenn ich ihn dabei anlache und freundlich anspreche, wedelt er mit der Rute und legt seinen Kopf mit einem entspannten Seufzer wieder auf den Boden und döst weiter.

Kalim ist völlig entspannt und genießt seinen Frieden.

Aufgrund der vielen positiven Erfahrungen habe ich mich entschlossen, ihm im Hause nun auch zunächst sein Brustgeschirr, welches er aus Sicherheitsgründen bisher permanent getragen hatte, zu entfernen.

Wir mussten ihn seit längerer Zeit im "normalen Haushaltsleben" nicht mehr zurückziehen und er lässt ja auch den Griff ins Nackenfell ohne Angst zu.

Die beschriebenen Vorfälle, in der siebten Pflegewoche mit dem Kind, sind hier außergewöhnlich und bei solchen Begegnungen wird Kalim weiterhin mit Geschirr und Leine gesichert.
Auch der nächtliche Vorfall, aufgrund meiner Verspannung, neben meinem Bett, erforderte ja keinen "Zugriff".
Diese Situation hat sich noch mehrfach wiederholt und Kalim blieb dabei aber ruhig liegen, guckte mich nur an.
Die zuvor beschriebene Aggression blieb bisher weiter komplett aus.
Kalim hat aus dieser damaligen Situation soviel positives mitgenommen.
Er hat viel Sicherheit gewonnen und ist seit zwei Wochen schwer entspannt.

Diese Verhaltensänderungen haben wir sehr oft bei unseren "schwierigeren" Pflegehunden beobachtet.
Es gibt immer mehrere Stufen in der Eingewöhnung und daraus resultierende Verhaltensweisen bei den Hunden.

In der Regel beginnt eine starke Verhaltensänderung, zum Teil mit negativem Verhalten für einige Zeit, ab der dritten Pflegewoche.
Ab diesem Zeitpunkt haben sich die Pflegehunde gut eingewöhnt und beginnen mal das ein oder andere auszuprobieren und zu testen.
Da das Vertrauen aber noch nicht so groß ist, gibt´s dann oft auch Stunk im Hause.
Ab der dritten Woche wird ja auch die Position im Rudel ausbaldowert :lachzwinker:
Das ist auch meist der Zeitpunkt, wo man aufgrund dessen, dass man permanent auf die Probe gestellt wird, konsequenter durchgreifen muss als zuvor.

Wobei das durchgreifen bei jedem Hund natürlich anders verläuft.

Bei Kalim verlief dies meist nur durch verbale Anweisungen.
Es war für uns ja auch wieder eine Umgewöhnung, manche Situationen nicht direkt durchzusetzen, sondern sich zunächst zurückzuziehen.

Für solche Fälle gibt es ja auch kein Lehrbuch, sondern es erfordert konzentrierte Beobachtung, Analyse und immer wieder Umdenken.
Immer wieder abweichen vom eigentlichen Plan, weil es die Lage erfordert.

Das hört sich jetzt selbstherrlich an, ist aber schlichtweg das Ergebnis unserer Lernerfahrung, der vielen, von uns gemachten Fehler, bei der Pflege von vielen Hunden, die bei uns in familiärer Obhut waren.
Und bei weitem sind wir auch heute nicht fehlerfrei im Umgang mit unseren bunten Schätzen, denn jeder Jeck ist anders :lachzwinker:
Wir haben aber dadurch den Vorteil, dass der Pflegehund, aufgrund unserer Erfahrung, nun schneller profitieren kann.


Nach der Abschweifung wieder zurück zum Brustgeschirr.
Denn falls nötig, ist das Geschirr ja schnell wieder angelegt.
Diese Prozedur, des Anlegens von Halsband und Brustgeschirr, hatten wir auch in der Vergangenheit immer wiederholend eingeübt, damit Kalim sich daran gewöhnt.
Beim Aufbruch zum Spaziergang ist es schwierig, dem sich soo turbulent freuenden Kalim das Geschirr in Ruhe anzulegen.
Er hüpft ja immer durch die Gegend. Aber es gelingt dennoch, auch wenn ich ihn in eine Ecke dränge und mich über ihn beuge.
Er knutscht mich dabei immer ab, der Lümmel.

In den letzten beiden Wochen ist Kalim ganz selten mal an den Türen hochgesprungen.
Nur zwei mal, als wir zum Spaziergang aufbrechen wollten und ich drinnen noch meine Schuhe geschnürt hatte.
Das Hochspringen an den Türen war ja immer beim Füttern und auch der Fall, wenn er draußen und wir drinnen waren.
Kalim bellt bei solchen Ereignissen nur noch.

Wir wenden die identische Strategie an, wie ich sie beim Hochspringen an den Türen seinerzeit beschrieben hatte, um übermäßiges Bellen zu beenden.

Bei den Spaziergängen hat Kalim diese Woche fast nicht mehr gezogen.
Einige wenige Ruckbewegungen an seiner Leine haben ausgereicht, um ihn daran zu erinnern, dass ich das Tempo vorgeben möchte.

Nur als wir fremde Spaziergänger getroffen haben, wollte er unbedingt wieder dorthin und es brauchte einige Zeit, bis er sich wieder beruhigt hatte.
Dabei war er aber absolut lieb zu uns, auch als ich seine Schnute in meine Hand genommen habe um seinen Blick auf mich zu richten.

Es hat eine unglaublich positive Wendung in allen Situationen für Kalim stattgefunden, seit den Ereignissen der siebten Pflegewoche.
Kalim hat da intensiv gemerkt, dass ihm hier auch bei stressigen Situationen keine Gefahr mehr droht. Ein unglaublicher Erfolg, den wir nun weiter festigen werden.


Nun warten wir mal ab, was wir über die, für alle Tiere fürchterliche, Silvesternacht berichten können.


Ich bin sooo lieb…

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Spaziergang ist immer super…

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Fotos für BSiN, da mache ich natürlich gerne Sitz…

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Ich riech doch da was…

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…mal guck´n…

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Wir wünschen Euch einen Guten Rutsch ins Jahr 2019 und hoffen das Beste für Alle!

BSiN Pflegestelle
04.01.2019, 08:39
Pflegetagebuch Kalim, 10.Woche in der Pflegestelle




Silvester 2018

Vorab: Pflegi Kalim hat den Jahreswechsel sehr gut überstanden. Sil Ko

Den ganzen Tag war vorfreudige Aufregung in der Luft, weil viel gebruzzelt und gekocht wurde.
Dabei kamen die Hunde natürlich zu kurz. Kaum Zeit zum Kuscheln und man tummelte sich vor der Küche.
Und es gab NICHTS vom Buffet für die sabbernden bunten Freunde!

Die Spaziergänge waren nur angeleint für alle möglich und es fehlte die eindeutig die freie Toberei im Walde.
Aber aus Sicherheitsgründen wurden alle Hunde nur gesichert ausgeführt und nur unten im sicher umzäunten Garten durfte frei gelaufen werden.
Zu groß war die Gefahr, dass sich einer unserer lieben Schätze in der langen Liste der entlaufenen Hunde über den Jahreswechsel einreihen.

Da muss man halt mal ein paar Tage ein bisschen mehr aufpassen und die üblichen Freiheiten einschränken.

Vor kurzem hatten wir im TV ein Silvesterfeuerwerk gesehen.
Kalim reagierte auf das Böllern und Pfeifen der Raketen mit Unruhe und Angst.
Er schnalzte unsicher und zitterte.

Ein bekannter Tierarzt berichtet in seinem Blog über seit Jahren verfeinerten guten Erfahrungen unter anderem mit der Vergabe von Eierlikör bei sehr ängstlichen Hunden.

Ich möchte Kalim nicht als "sehr ängstlichen Hund" beschreiben.
Aber aus unseren gewonnen Erfahrungen im Umgang mit Kalim habe ich mich nach intensiver Informationsgewinnung über dieses Thema,
vor allem auch aus selbst erlebten Situationen bei diversen anderen Pflegehunden in der Vergangenheit, an diesem verrückten Silvestertag, für ein Beruhigungsmittel entschlossen.

Zumal war uns bekannt, dass in der direkten Nachbarschaft auch ein Feuerwerk gezündet werden soll.

Also gab es um 20 und 23 Uhr eine geringe Menge Eierlikör für den kleinen Schatzemann, welche sich aus einer überprüften Formel berechnen lässt.

Kalim hat sich total gefreut und den Eierlikör aus dem Schüsselchen geschlabbert.
Irgendwann ging die Knallerei los und Kalim blieb absolut ruhig.
Wir hatten auch die Rolladen nicht heruntergefahren und die Lichtblitze haben Kalim nicht aus der Ruhe gebracht.
Das ganze Feuerwerk war aber einige Kilometer weit weg abgebrannt worden und nicht allzu laut.

Als aber das Feuerwerk nebenan gezündet wurde, merkte man Kalim dann doch Angst an.
Er suchte unsere Nähe, war sehr aufgeregt und ließ sich durch einfaches Streicheln aber beruhigen.
Kalim war absolut liebevoll zu uns und suchte bei uns Schutz.

Dies ließ natürlich auch unser Herz aufgehen, weil er uns als seine Beschützer versteht.

Es war von unserer Seite eine Mischung aus Ignoranz und Streicheln und sanfte Schläge auf den Pöppes wie beim Toben, so dass Kalim nicht auch noch in seinem Bammel bestätigt wird.
Kalim fand´s Super!
Wir haben also bei den Hits der 90er lautstark mitgesungen.
Die Hunde haben wohl dabei aus Mitleid gewedelt und zumindest nicht gejault :lachzwinker:

Kalim hatte auch keine Verhaltensänderungen oder Ausfallerscheinungen nach der Vergabe des Eierlikörs.
Er war weiterhin sehr umgänglich und sehr verschmust und hat uns vertraut.
Wir haben also eine tolle Erfahrung diesbezüglich gemacht.

Mitternacht hat er einen dicken Knutscher auf die Nase bekommen und hat sich sichtlich ganz doll Rute wedelnd gefreut über die nette Ansprache.

Auch der Neujahrstag und folgende Tage ergaben keine Anzeichen von negativen Nachwirkungen nach der Vergabe des Eierlikörs.

Um Kalims Verhalten im Umgang mit einem gehbehinderten Menschen zu studieren, habe ich mich dazu entschlossen, mal richtig heftig umzuknicken damit auch alle Bänder im rechten Fuß kaputt sind und ich Krücken benötige.
Ja, der Job als Pflegestelle verlangt einem alles ab :lachzwinker:

Kalim hat sich das anfangs genau angesehen und man merkte ihm an, dass er das merkwürdig findet.
Aber im normalen Tagesablauf stört Kalim mein Gehumpel mit den Gehhilfen überhaupt nicht.
Ich kann mich ganz normal damit bewegen und auch auf ihn zuhumpeln, selbst wenn er auf seinem Liegeplatz neben meinem Sessel liegt.

Kalim´s bekanntes Problem ist aber immer der Schlafbereich im Schlafzimmer.
Sein Liegeplatz neben meinem Bett ohne die Aussicht durch ein Fenster.
Nur die Möglichkeit den Platz nach vorne zu verlassen, welche ihm durch meine Annäherung verwehrt ist.
Es war absehbar, dass Kalim die humpelnde Annäherung Angst macht.
Also setzte er sich hin und brummelte mich an.

Bei Kalim ist es in einem solchen Fall unheimlich wichtig, sich NICHT durchzusetzen.
Man würde dann seine Angst in eine berechtigte Verteidigung verwandeln.
Das ist nun mal seine Sicht der Dinge in seltenen Situationen, die wir hier zu akzeptieren gelernt haben.

Ich zog mich also erstmal zurück, setzte mich in Sichtweite hin und rief Kalim zu mir.
Dieser kam dann verunsichert an und wir haben gekuschelt.
Ich wollte ihm damit in Erinnerung rufen, dass er nichts zu befürchten hat.

Kalim ging wieder zurück auf seinen Schlafplatz und ich humpelte erneut in Richtung Bett.
Bei der Annäherung saß er noch und brummelte kurz, aber ich ignorierte dies und stieg wie üblich über das Bettende ein.
Als ich dann lag, guckte er mich immer noch verunsichert an.
Ich habe ihn eine Minute ignoriert und dann erst habe ich mich ihm zugewandt und freundlich angesprochen.
Da folgte auch direkt ein Pfötchen von Kalim und ich habe ihn zärtlich gestreichelt.

Seine Mimik ließ erkennen, dass er sich direkt beruhigt hat und er legte sich dann auch hin.

Ich muss immer wieder betonen, dass wir trotz der fortschrittlichen Angstbewältigung bei Kalim immer sehr überlegt und vorsichtig sein müssen.
Auch wenn er in manchen Situationen nun sehr gut gehorcht, gibt es vor allem im Schlafbereich immer wieder Begebenheiten, die für uns alle nicht so einfach wie "oben" gehandhabt werden können.
Es erfordert immer genaue Beobachtung seiner leicht zu lesenden Mimik und Gestik und situationsbedingtes Umdenken.

Wie immer gilt auch, sich aus der bedrohlichen Situationen erstmal zu entfernen.
Das ist immer noch für uns ungewohnt, hat aber große Erfolge erzielt.
Hilfreich ist dann immer der Abruf von Kalim aus seinem persönlichen Schutzbereich um dann in einer anderen offenen Umgebung mit ihm zu kuscheln.

Kalim zeigt an, wenn es ihm zuviel werden würde. Dort hat er aber die Möglichkeit in alle Richtungen auszuweichen.

Dieses Verhalten hat ja auch viele Parallelen mit dem menschlichen Miteinander.
Niemand mag es, wenn jemand so dicht vor einem steht und fast seine Nasenspitze in einer Unterhaltung berührt oder wenn jemand direkt auf einen zu torkelt.

Ein jeder Mensch hat auch unbewusst seinen persönlichen Schutzabstand zu anderen und fühlt sich direkt unwohl, wenn dieser Schutzkreis unterschritten wird.
Oft hebt man schützend unbeabsichtigt sogar die Hände zur Abwehr.
Dies passiert sogar unbewusst bei Menschen die man liebt, wenn man in der Kürze der Zeit nicht genau einschätzen kann, was sein Gegenüber beabsichtigt.
Will er mich küssen oder kitzeln oder gar angreifen, wenn er plötzlich auf mich zustürmt??

Probieren Sie das mal unerwartet bei ihrem Partner aus und sie werden dann von ihrem eigenen Empfinden und auch vom Verhalten ihres Partners überrascht sein.
Meist gelingt es, ihren vierbeinigen Schützling ein Stück weit besser verstehen können.

Es ist dabei sogar egal, ob der Hund grundsätzlich ängstlich ist oder nicht.

Die 10. Pflegewoche ist zwar nur zur Hälfte rum, aber Silvester ist ja eine besondere Nacht, in der es viel zu berichten gibt. Also bis in eineinhalb Wochen… :lachzwinker:

Auf ein gutes Neues Jahr 2019 !!!

BSiN Pflegestelle
14.01.2019, 10:01
Pflegetagebuch Kalim, 11.Woche in der Pflegestelle


Kalim hat mich in der vorletzten Woche noch einmal unten angeknurrt, als ich mich mit den Gehhilfen dem Schlafzimmer genähert habe.

Ich habe mich dann im Bad in seiner Sichtweite hingesetzt und ihn zu mir gerufen.
Er kam dann verunsichert zu mir und setzte sich vor mich.

Ich habe ihn kurz gekrault und schickte ihn wieder weg. Aber Kalim hatte sich nochmal kurz versteift und knurrte mich ganz kurz an.
Ich hatte ungewollt eine angespannte Körperhaltung eingenommen, welche Kalim erneut falsch verstanden hatte.

Kalim guckte dann verunsichert zur Seite und ich tat dies auch.

Das war eine extrem ungünstige Situation, da ich dieses mal der "eingeklemmte" war.

Aber nach wenigen Sekunden stand Kalim auf und ging in Richtung seines Schlafplatzes und setzte sich dort hin.
Als ich mich dann wie üblich auch hinlegte, guckte ich ihn an und legte meine Hand vor ihn.
Kalim war bis zu dem Zeitpunkt sichtbar angespannt und seine Anspannung legte sich sofort, er leckte meine Hand und gab mir ein Pfötchen.
Als ich ihn dann liebevoll gestreichelt habe, merkte man ihm an, wie glücklich er wieder war.

Kalim entspannte sich sofort und legte sich mit einem genüsslichen Seufzer hin.

Seitdem hat sich Kalim aber wohl daran gewöhnt, dass ich stark humpelnd und stöhnend ins Schlafzimmer komme.
Er wartet zwar sitzend ab, bis ich liege, aber bleibt ganz ruhig.
Er wartet regelrecht auf meine Ansprache und kuschelt dann noch gerne mit mir.

Oben in der Wohnetage macht ihm das alles überhaupt nichts aus. Ich kann mit den Krücken über ihn steigen, ganz dicht vor seinem Kopf vorbeihumpeln und mich ganz unbekümmert bewegen.
Kalim wedelt dann immer und guckt noch nicht mal auf.

Ansonsten ist Kalim total lieb.
Ab und zu regt er sich mal auf, wenn im TV jemand pfeift oder wenn gehupt wird. Aber er beruhigt sich dann schnell wieder.

Kalim hat sich die Warze auf der Brust aufgekratzt und dann viel dran geleckt.
Seitdem muss er also ein T-Shirt anziehen.
Das Anziehen lässt er gerne zu und hilft auch mit, wenn die Pfötchen durch die Ärmel gesteckt werden.
Da aber nun alles wieder verheilt ist, braucht er das Shirt nicht mehr.

Die größte Gefahr beim Anziehen ist, dass Kalim einem das Gesicht ablutscht, wenn man sich über ihn beugt.

Soo süß, der Lümmel.

https://up.picr.de/34820803up.jpg

Bis denn mal.

BSiN Pflegestelle
14.01.2019, 10:08
Pflegetagebuch Kalim, 11.Woche in der Pflegestelle


Kalim hat mich in der vorletzten Woche noch einmal unten angeknurrt, als ich mich mit den Gehhilfen dem Schlafzimmer genähert habe.

Ich habe mich dann im Bad in seiner Sichtweite hingesetzt und ihn zu mir gerufen.
Er kam dann verunsichert zu mir und setzte sich vor mich.

Ich habe ihn kurz gekrault und schickte ihn wieder weg. Aber Kalim hatte sich nochmal kurz versteift und knurrte mich ganz kurz an.
Ich hatte ungewollt eine angespannte Körperhaltung eingenommen, welche Kalim erneut falsch verstanden hatte.

Kalim guckte dann verunsichert zur Seite und ich tat dies auch.

Das war eine extrem ungünstige Situation, da ich dieses mal der "eingeklemmte" war.

Aber nach wenigen Sekunden stand Kalim auf und ging in Richtung seines Schlafplatzes und setzte sich dort hin.
Als ich mich dann wie üblich auch hinlegte, guckte ich ihn an und legte meine Hand vor ihn.
Kalim war bis zu dem Zeitpunkt sichtbar angespannt und seine Anspannung legte sich sofort, er leckte meine Hand und gab mir ein Pfötchen.
Als ich ihn dann liebevoll gestreichelt habe, merkte man ihm an, wie glücklich er wieder war.

Kalim entspannte sich sofort und legte sich mit einem genüsslichen Seufzer hin.

Seitdem hat sich Kalim aber wohl daran gewöhnt, dass ich stark humpelnd und stöhnend ins Schlafzimmer komme.
Er wartet zwar sitzend ab, bis ich liege, aber bleibt ganz ruhig.
Er wartet regelrecht auf meine Ansprache und kuschelt dann noch gerne mit mir.

Oben in der Wohnetage macht ihm das alles überhaupt nichts aus. Ich kann mit den Krücken über ihn steigen, ganz dicht vor seinem Kopf vorbeihumpeln und mich ganz unbekümmert bewegen.
Kalim wedelt dann immer und guckt noch nicht mal auf.

Ansonsten ist Kalim total lieb.
Ab und zu regt er sich mal auf, wenn im TV jemand pfeift oder wenn gehupt wird. Aber er beruhigt sich dann schnell wieder.

Kalim hat sich die Warze auf der Brust aufgekratzt und dann viel dran geleckt.
Seitdem muss er also ein T-Shirt anziehen.
Das Anziehen lässt er gerne zu und hilft auch mit, wenn die Pfötchen durch die Ärmel gesteckt werden.
Da aber nun alles wieder verheilt ist, braucht er das Shirt nicht mehr.

Die größte Gefahr beim Anziehen ist, dass Kalim einem das Gesicht ablutscht, wenn man sich über ihn beugt.

Soo süß, der Lümmel.

https://up.picr.de/34820803up.jpg

Bis denn mal.

BSiN Pflegestelle
18.01.2019, 08:10
Pflegetagebuch Kalim, 12.Woche in der Pflegestelle

Kalim hatte sich neulich in die Küche geschlichen und die beiden Bananen auf der Fensterbank entdeckt.
Mit diesen kam er dann ins Wohnzimmer und legte sie vor meinen Füßen ab.
Als ich diese dann blitzschnell weggenommen habe, hat er aus Schrecken darüber mal gebrummt.
Er wurde dann umgehend mit Geschimpfe auf seinen Liegeplatz geschickt.
Da er sofort gehorchte, wurde er dort mit Streicheln und lieben Worten belohnt.

Abends hatte er die Chance genutzt und konnte in den Abstellraum eindringen, wo das Katzenklo steht.
Er mag die Streu mit dem Pipi. Igitt.
Als er entdeckt wurde, gab es ein großes Geschimpfe von meiner Frau.
Kalim verzog sich umgehend ohne jeglichen Kommentar und gehorchte schuldbewusst auf jedes Kommando wie aus einem Lehrbuch.

Auf seinem Liegeplatz im Schlafzimmer üben wir auch fleißig weiter.
Kalim mag es nicht, wenn man dort hinter ihm über die Liegefläche streift.
Besonders schlimm ist es für ihn, wenn man auf das Holz klopft.
Er bekommt immer sofort Angst und schreckt drohend auf.
Gleiches macht er, wenn man ihm ein Pfui entgegenwirft, weil er sich an seiner Warze leckt.
Es erfordert in solchen Situationen immer größte Vorsicht.
Denn Kalim droht dann knurrend und wenn man die Hand in seine Richtung bewegt, schnappt er auch in diese Richtung.
Aber Kalim geht nie in eine Attacke über, er warnt lediglich.
Dies ist über seine Körpersprache auch gut erkennbar, begleitet vom Gebrummel ist es ja eine klare Sache.

Dennoch wiederhole ich mein, für Kalim bedrohliches, Verhalten zwischendurch immer wieder.
Mit zunehmenden Wiederholungen merkt sich Kalim irgendwann, dass ihm keine Prügel-Gefahr droht.

Da ich derzeit auch mein Tempo wieder erhöht habe, kommt es täglich zu Drohgebärden von Kalim mir gegenüber.

Wir sind in eine neue Phase des Zusammenlebens übergegangen, darüber habe ich ja bereits berichtet.
Kalim muss einfach lernen, dass er mit seinen Drohungen keinen Erfolg hat und das ihm dennoch dabei keine Gewalt droht.

Dieses Verhalten steckt tief in Kalim und es ist fraglich, ob er es jemals komplett ablegen wird.
Zu groß waren die Misshandlungen durch den, vor allem männlichen, Menschen.
Meiner Gattin gegenüber ist Kalims Drohverhalten nicht ausgeprägt. Bei ihr ist Kalim immer friedlich und droht nicht.

Auch den anderen Hunden gegenüber zeigt er kein problematisches Verhalten.
Mittlerweile drängelt er sich zwischen die Hunde bevor das Törchen in die Wohnetage geöffnet wird.
Da wird geschoben und gedrängelt und Kalim steht freudig wedelnd mittendrin.


Das normale Verhalten zwischen den Hunden untereinander hat ja auch einen logischen Grund:

Wenn Hunde untereinander nicht einig sind und Kalim den Chefrüden anbrummt, dominiert dieser ihn und stellt das umgehend ein, sobald Kalim sich unterwirft.
Dies hat Kalim in seiner Vergangenheit offensichtlich auch oft so erlebt.

Kalim hat aber leider in seiner Vergangenheit folgendes erfahren und auch gelernt:

Wenn der männliche Mensch sich mit Kalim nicht einig war, hat Kalim auch gedroht.
Er hat sich dann wohl auch irgendwann unterworfen, wurde aber weiterhin drangsaliert und geschlagen.
Sein Verhalten wurde also nicht akzeptiert und nicht anerkannt.
Kalim hat mit seinen Erfahrungen gelernt, dass er, obwohl er ja alles richtig gemacht und sich unterworfen hat, dennoch nicht in Sicherheit war.
Aus diesem Grunde sieht Kalim aus seiner Perspektive keine andere Möglichkeit, als sich weiterhin mit Drohgebärden zu schützen um nicht misshandelt zu werden.
Dieses Verhalten steckt nun sehr tief in Kalim.

Der männliche Mensch aus seiner Vergangenheit, hat sich offensichtlich nie die Mühe gemacht, simples Hundeverhalten zu verstehen und zog Gewalt vor.

Dies ist auch der Grund, warum wir Kommandos nicht mit Druck durchsetzen können.
Würden wir ihn mit simplen Zwangsmitteln zu einem gewünschten Verhalten bringen, würde das immer nach hinten los gehen.
Kalim würde sich permanent verteidigen müssen und wir würden ihm überhaupt keine Sicherheit dabei geben.
Auch wenn wir bei wenigen Situationen einen kleinen Rückzug machen müssen, führen wir Kalim dennoch über diesen kleinen Umweg in das, von uns gewünschte, Verhalten.

Wir setzen ein Kommando immer konsequent durch, auch wenn es etwas länger dauert.

Denn letztendlich gehorcht Kalim immer und lernt, dass er mit seinem drohenden Verhalten uns nicht vom Durchsetzen unseres Wunsches abhält.
Der Vorteil dabei ist, dass wir zwar bedrohliche, aber keine gefährlichen Situationen provozieren.
Der Erfolg tritt dennoch ein und Kalim fühlt sich damit wohl.

Aber in den meisten Situationen ziehen wir uns nicht zurück und müssen auch keinen Umweg bestreiten.

Als Beispiel:
Kalim liegt direkt vor dem Holzofen.
Wenn ich Holz nachlegen möchte, fordere ich ihn auf, den Platz zu räumen.
Manchmal beuge ich mich dann über ihn im Wissen darüber, dass ihm dass nicht gefällt, weil es für ihn bedrohlich ist.
Dennoch verharre ich in dieser Position und Kalim steht manchmal auf und droht mit Knurren.

Dann ist es wichtig, nicht zurückzuweichen und Kalim durch ein Kommando einen simplen Ausweg aufzuzeigen.

Kalim wird in seinen Liegeplatz neben meinen Sessel beordert.
Dieses "Hundekörbchen" ist identisch mit dem unten im Schlafzimmer.
Auch das Kommando, diesen Ort aufzusuchen ist identisch und kurz.
Kalim kennt dies von Anfang an bei uns und hat auch gelernt, das Kommando auch mit dieser Örtlichkeit in Verbindung zu bringen.

Nach wenigen Sekunden gegenseitigem statischem Ausharrens kommt Kalim dieser Aufforderung immer nach.
Ich kann ihn dann auch dorthin verfolgen, ohne dass er weiterhin brummt.
Sobald er auf seinem Platz angekommen ist, wird er ausgiebig freundlich gelobt und gestreichelt. Er ist dann schon ruhig und wieder total freundlich und liebevoll.


Ich versuche Kalim seit dem ersten Tag zu vermitteln, dass er nun keine Angst mehr vor Gewalt haben muss.
Dabei machen wir täglich kleine Fortschritte.

Einige Tage liefen auf dem, sonst so ruhigen Privatweg vor dem Hause, aufgrund eines Umzuges, immer Menschen hin und her.
Was besseres konnte ich mir nicht wünschen :lachzwinker:

Diesen Bereich kann Kalim ja immer einsehen und gehört zu seinem Grundstück, seinem Schutzbereich.

Stufe 1:

Jedesmal, sobald er wieder einen "Störer" entdeckte, sprang Kalim auf, rannte zur Tür und bellte.
Jedesmal wenn er dies tat, rief ich Nein.
Jedesmal hörte er nicht auf zu bellen.
Jedesmal stand ich auf, ging polternd zu ihm und baute mich vor ihm "NEIN"-sagend auf und beorderte ihn auf seinen Liegeplatz neben meinen Sessel.
Jedesmal drängte ich ihn mit meinem Körper auf seinen Liegeplatz und verfolgte ihn, bis er sich dort hinsetzte.
Und jedesmal wurde er ausgiebig direkt gekuschelt und gelobt.
Und nur die ersten Male hat er gedroht. Dabei hat er aber nie attackiert, es war eher ein Gemecker.
Aber jedesmal hat er gehorcht.

Stufe 2:

Nach jedem Mal musste ich weniger tun, damit Kalim auf seinen Platz geht.
Und vor allem hat er von mal zu mal immer schneller gehorcht!

Stufe 3:

Die Leute gingen vorbei, Kalim rannte zur Tür und bellte.
Auf NEIN und KOMM stellte er sein Bellen ein und ging zurück auf seinen Liegeplatz neben meinem Sessel.
Ich musste dabei zwar aufstehen, aber nicht mehr zur Tür hingehen.

Das ganze Szenario hat sich unzählige Male wiederholt.

Stufe 4:

Die Leute gingen vorbei, Kalim rannte zur Tür und bellte.
Auf NEIN und KOMM stellte er sein Bellen ein und ging zurück auf seinen Liegeplatz neben meinem Sessel.
Ich konnte dabei einfach sitzenbleiben.

Stufe 5:

Irgendwann blieb Kalim dann einfach liegen.
Er brummte zwar, als er die Eindringlinge sah, aber er blieb auf seinem Platz.

Stufe 6:

Die Leute gehen vorbei und Kalim macht nichts.

Oje, ich bin wohl beim Schreiben eingeschlafen und habe geträumt, dass wir Stufe 5 und 6 erreicht haben.
Es war ein schöner Traum :lachzwinker:

Aber zumindest haben wir ab und zu mal Stufe 4 genießen können und Kalim war uns gegenüber immer lieb.
Kalim ist auch nie an der Scheibe hochgesprungen.

Bei den Spaziergängen ist Kalim immer fröhlich und hat größten Spaß.
An der Leinenführigkeit arbeitet meine Gattin weiter täglich.
Mal klappt´s, mal weniger.
Sobald fremde Menschen im Wald sind, tobt Kalim aber immer noch an der Leine.
Es sei denn, die Menschen sind auf ihrem eigenen Grundstück, da bleibt Kalim ruhig.

Kalim ist jetzt 3 Monate bei uns in Pflege.
Wir haben uns in dieser Zeit sehr gut kennengelernt und schon viele Erfolge erzielt.
Wir sind nun in einer intensiven Trainingsphase, welche im Umgang mit Kalim immer größte Konzentration erfordert um erzielte Fortschritte zu festigen und nicht zu zerstören.

Kalim verlangt mir wirklich viel ab, ich muss mich in manchen Situationen sehr beherrschen, damit ich immer Ruhe bewahre und Kalim auch diese Ruhe vermitteln kann.
Auch wenn die Faust in der Tasche geballt ist :lachzwinker:
Denn nur so klappt´s auch gut mit Kalim.
Ehrlich gesagt, könnte ich Kalim auch manchmal auf den Mond schießen.
Aber ich beende jede Situation mit dem gewünschten Erfolg.
Danach kann ich woanders hingehen, tief durchatmen und in ein Kissen schreien. Schokoriegel helfen mir auch :lachzwinker:

Eine liebevoll ausgesprochene Beleidigung, welche mit Schwänzchenwedeln und abknutschen von Kalim quittiert wird, tut mir dann auch mal ganz gut :lachzwinker:

Dennoch überwiegen die positiven Ereignisse des Tages immer noch.
Die in Kalims Pflegetagebuch beschriebenen Ereignisse sind nur kurze Momente im täglichen Zusammensein.

Es sind die Knackpunkte, die aber genannt werden müssen um Kalim besser verstehen zu lernen.

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Bis denn mal.

BSiN Pflegestelle
25.01.2019, 18:22
Pflegetagebuch Kalim, 13.Woche in der Pflegestelle




Kalim hat´s geschnallt!!!!
Es hat "Klick" gemacht.
Es ist wundervoll!!!! :highfive:


Kalim hat nun seit über einer Woche, auch in den sonst für ihn kritischen Situationen, nicht mehr gebrummt und war immer entspannt.
Egal was wir hier angestellt haben, Kalim blieb immer ruhig und lieb.

Kalim ist so lustig und gut gelaunt. Er hüpft immerzu und freut sich.

Dennoch machen wir natürlich immer weiter, um diese vielen kleinen Dinge für Kalim weiterhin als normal zu etablieren.

Er springt ja übrigens schon länger nicht mehr an den Türen hoch, dafür leckt er jetzt die Scheiben sauber. :zwinki:

Wir müssen eigentlich nur noch weiterhin intensiv an der Leinenführigkeit arbeiten.

Denn im Wald macht Kalim ab und zu noch " den Molli " an der Leine, wenn er andere Menschen oder Hunde sieht.


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Bis denn. :hundestreichel:

BSiN Pflegestelle
03.02.2019, 11:27
Pflegetagebuch Kalim, 14.Woche in der Pflegestelle

Kalim ist einfach nur ein lieber Schatzemann.
Er ist zauberhaft und lieb.

Alle hier in der Vergangenheit beschriebenen Szenarien haben wir weiterhin mehrfach wiederholt.
In keiner Situation war Kalim in den letzten zwei Wochen ängstlich.
Er bleibt weiterhin ruhig, gelassen und vor allem gehorsam.

In ganz seltenen Situationen ist Kalim ganz kurz unsicher.
Kalim wird aber auch immer direkt gekuschelt und liebevoll angesprochen.

Es gab lediglich einen einzigen Tag, wo Kalim ein bisschen brummelig war.
Dies lag aber allein daran, dass ich wirklich extrem schlecht gelaunt und angespannt war.
Dies hat Kalim natürlich gemerkt und auf sich bezogen.
Aber es ist dabei nichts nennenswertes passiert.
Kalim und ich haben uns dabei lediglich gestritten :lachzwinker:
Er hat aber dennoch super gehorcht und hat mir am Ende des Tages mit seinen Kuschelaufforderungen doch den Tag versüsst.
Hab´ ziemlich viele Pfötchen von Kalim bekommen… :lachzwinker:

Er hat eine Verknüpfung von ihm grundsätzlich unangenehmen Situationen, mit direkter liebevoller Ansprache und Kuscheln gelernt.
Diese neue Verknüpfung wird weiterhin gefestigt.

An der Leinenführigkeit arbeiten wir weiter, aber er ist nicht so kräftig, dass man große Probleme damit hat.
Kalim lässt sich auch in solchen Situationen im Wald anfassen und auch ausschimpfen, ohne dass er seinem Halter gegenüber Aggressionen zeigt.


Gestern wurde uns eine Urlaubshündin von ihrem Halter gebracht. Sie ist schon seit Jahren immer mal wieder Urlaubsgast bei uns.
Die Hündin kannte Kalim nur vom Geruch, da er im Bulli auf ihrer Schlafmatte liegt.

Kalim hat die Hündin dann unten im Garten kennengelernt.
Anfangs war er ein bisschen aufmüpfig, aber es reichte ein Gebrummel von der Hündin und man hat sich friedlich abgeschnuppert.

Dann hat Kalim erst den für ihn fremden Mann entdeckt.
Kalim hat sich so dolle gefreut und ihm direkt die Hand abgeleckt.
Er war soo unglaublich freundlich und lieb.

Kalim war oben im Haus noch eine halbe Stunde ein bisschen verunsichert, dass die fremde Hündin einfach so jetzt auch bei uns wohnt.
Kalim hatte eher Bammel und war sehr zurückhaltend.

Es gab absolut keine Probleme und Kalim verhält sich absolut grandios und lieb.



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Bis denn.:hundestreichel:

BSiN Pflegestelle
10.02.2019, 18:30
Pflegetagebuch Kalim, 15.Woche in der Pflegestelle


Kalim ist weiterhin bezaubernd.

Die halbe Woche mit dem vierbeinigen Urlaubsgast war toll.
Kalim hatte am gleichen Tage schon geschnallt, dass ihm keine Gefahr droht und dass die Hündin eigentlich auch kein großes Interesse an Kalim hat.
Von daher war alles wie immer.

Die Urlaubshündin wurde von ihren zwei Frauchen abgeholt und Kalim hat sich wieder enorm gefreut.
Er hat zwar kurz gebellt, als die Damen in Richtung Haustür gingen, aber seine Rute ging ganz dolle und von vornherein war er freudig aufgeregt und lieb.
Er hat sich von der jungen Frau die ganze Zeit durchkraulen lassen und es sichtlich genossen.

Ansonsten ist hier nichts besonderes passiert.
Kalim ist sehr lieb, spielt weiterhin täglich mehrfach mit der jungen Hündin und uns.

Wenn er selten mal unten neben meinem Bett grummelt, dann grabbel ich einfach mit liebevollen Worten auf seinem Schädel und gehe nicht weiter darauf ein.
Dann gibt´s immer ein Pfötchen "Bitte nicht aufhören zu kraulen".

Kalim macht uns wirklich viel Freude.
Wir vertrauen uns gegenseitig nun erheblich mehr als in den vergangenen Wochen.

Bei den Spaziergängen mit meiner Gattin war er zunehmend ruhiger und Leinenführig, so dass sie sogar erstmalig mit allen vier Hunden alleine in den Wald gegangen ist.

Man merkt, dass beide Parteien zunehmend einander vertrauen, das ist sehr schön!

Diese Woche hat sich Kalim unglaublich toll im Wald verhalten, aber man hat auch keine fremden Menschen getroffen.
Dennoch ist es grundsätzlich eine weitere großartige Entwicklung bei den Spaziergängen.


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Bis denn mal.